Kein Scherz: Kalifornien plant digitale Nummernschilder
Samstag, Juli 3rd, 2010
Das California Department of Motor Vehicles denkt derzeit darüber nach, bald sämtliche Fahrzeuge mit digitalen Nummernschildern auszustatten. Die Nummernschilder sollen dann verschiedene Werbeanzeigen abbilden, sobald das Fahrzeug stillsteht. Der daraus gewonnene Erlös soll Kalifornien selbst zugutekommen und einen Teil des hohen Defizits des Staates begleichen.

Die Befürworter des Plans sind der Ansicht, dass durch digitale Nummernschilder weniger Kosten für das Pressen von Blech-Nummernschildern entstehen und auf den Nummernschildern abgespielte Werbeanzeigen zusätzlich Geld in die Kassen des Staates spülen könnten. Theoretisch könnten so auch personalisierte Nachrichten über das digitale Nummernschild wiedergegeben werden.
Andere sehen jedoch auch eine Gefahr in den digitalen Nummernschildern: Auffällige Werbeanzeigen könnten andere Fahrer vom Verkehr ablenken, was wiederum zu Unfällen führen kann. Das Gegenargument ist allerdings, dass die Nummernschilder erst Werbung anzeigen, sobald das Fahrzeug für mehrere Sekunden (also beispielsweise an einer Ampel) stillsteht. Beim regulären Fahren würde so einfach weiterhin das Nummernschild selbst gezeigt werden.
Zweifelsohne sind solche Nummernschilder eine interessante Idee, doch müssen gerade bei der Produktion einige Dinge unbedingt beachtet werden. Zum einen muss das Nummernschild technisch ausfallsicher sein, zum anderen muss ein gutes Displaypanel verbaut werden, damit das Nummernschild aus jeder Sichtlage erkennbar bleibt.
Im weiteren muss das Nummernschild gegen mutwillige Modifikationen abgesichert sein. Wenn das Nummernschild darüber hinaus immer aktuelle Werbeanzeigen abbilden soll und gleichzeitig unabhängig vom Fahrzeug agieren muss, wird wohl ein mobiles Datennetz extra für die mobilen Nummernschilder nötig. Und das kostet – nicht nur an Anschaffungs-, sondern auch Betreiber- und Wartungskosten.
Weiterhin könnte sich durch die mobile Datenübertragung eine weitere Sicherheitslücke auftun: Hacker könnten, eine entsprechende Sicherheitslücke vorausgesetzt, einfach den kompletten Inhalt eines jeden Nummernschildes abändern und so für Chaos auf den Straßen sorgen. Alles in allem würden die Forschungs- und Produktionskosten den Staat wohl mehr kosten, als sie durch Werbeeinnahmen später wieder einnehmen dürften. Wie der Entscheid ausfällt, ist noch offen – es bleibt spannend!
Foto von woody1778a auf Flickr.com
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Mein Name ist Reto Stuber, ich bin 1978 in der Schweiz geboren und lebe heute in New York. Ich hatte das große Glück, eine Greencard zu gewinnen und bin dadurch meinen "American Dream" auf die Spur gekommen. Mein Motto lautet: „Destiny is not a matter of chance, it is a thing to be achieved.“ –
„Das Schicksal ist nicht eine Sache des Zufalls, es ist eine Sache, die erreicht werden kann.“
William Jennings Bryan (1860-1925)
