Posts Tagged ‘New York’

Beim Hypnotiseur zu Gast

Dienstag, August 31st, 2010

Reflektieren. Mache. Ich. Und habe dabei festgestellt, dass ich mich am Ein-Nisten bin. Was nichts schlechtes ist, per se. Ich will aber noch einiges Erleben, Lernen, Erkunden im Big Apple.

So suchte ich eine neue Erfahrung und machte ich mich auf, in die Welt der Hypnose. Über MeetUp war ich auf den Anlass aufmerksam geworden, bei dem der Meister Elliot sein Publikum in den Bann ziehen will. Gespannt machte ich mich auf, keine 10 Minuten Fussmarsch von meinem Zuhause entfernt.

Dort angekommen warteten schon eine Handvoll Leute auf Einlass, während einer der “Helfer” noch fleissig versuchte, Flugblätter zu verteilen und frisches Blut anzulocken. Was bei den geschäftigen New Yorkern halt ein schwieriges Unterfangen ist…

Uns wurde Einlass gewährt, und der Fahrstuhl brachte uns in den angenehm klimatisierten 11. Stock, wo schon eine Horde älterer Damen und Herren wartete – auf eine andere Session, wie sich nachher herausstellte.

Pünktlich um 19 Uhr wurden wir in ein Zimmer geleitet, wo sich der Hypnotiseur vorstellte. Er legte etwas Salt-n-Pepa Musik auf und machte erste “Lockerungsübungen” mit uns. “Wenn ich auf drei zähle legt ihr die Hand aufs Kinn”, sagte er. 1-2-3, folgten wir dem Meister – und legten nach seinem Beispiel die Hand auf die Backe. “Aufs Kinn, sagte ich”, schmunzelte er. Soviel dazu.

Nun wurde es ernst, Freiwillige vor. Ich druckste herum und entschied, dass ich für heute Zuschauer bin. Drei Damen sprangen sofort auf die Bühne, ein weiterer Mann machte nach kurzem Zögern auch mit. Zügig versuchte Elliot nun, die vier in eine Entspannung zu versetzen.

Er liess dazu Bilder im Kopf entstehen und gab verschiedene Bewegungen vor (”Hebt den linken Arm und senkt diesen in Zeitlupe wieder”). Die Hälfte der Probanden schied in diesem Prozess aus, die verbleibenden zwei wurden von Elliot flach gelegt – auf den Boden. Dort mussten sie sich ein imaginäres Kissen suchen und es sich gemütlich machen.

Dann hiess es den Schuh auszuziehen und der Lieblingsmusik lauschen, die daraus kam. Damit den Zuschauern auch ein bisschen “Action” geboten wurde sollten sich die zwei gegenseitig mit Sonnencreme einreiben. Anstelle eines Beach-liken Ganzkörperprogramms wurden dann aber nur die Unterarme vor der bösen Sonne geschützt, eine seichte Nummer zur Belustigung des Publikums ergab sich daraus nicht.

Elliot besann sich darauf, dass er zu Beginn eine tiefe Entspannung versprochen hatte und machte sich daran, visuelle Bilder an schöne Erlebnisse aufzubringen und diese im Kopf zu verankern. Danach “weckte” er die zwei auf, und wie sich das gehört applaudierten alle kräftig.

Als letztes kamen wir zur Frage und Antwortrunde. Ich wollte von ihm wissen was das Beeindruckendste war, dass er mit Hypnose erlebt habe. “In Las Vegas habe ich einen Hypnotiseur erlebt, der den Leuten die Hand gab und damit einen Orgasmus nach dem anderen provozierte.” Erstaunlich.

“NY is a shithole!” – Gedanken zum Melting Pot Phänomen

Donnerstag, August 19th, 2010

New York ist der vielbesagte “Melting Pot”, der Schmelztiegel, da habe ich keine Zweifel. Doch gibt es immer noch die Nachbarschaften, wo man unter sich ist – seien es die Mexikaner, Chinesen, Juden, Puerto Ricaner, Dominikaner, … alle Details dazu hier.

Nicht umsonst spricht man von Chinatown, Littla Italy, Koreatown etc. Auch bestimmte Berufsgattungen werden mit Nationalitäten assoziert, so sind viele Coiffeure Russen, oder die Reinigungsinstitute sind in der Hand der Chinesen, genauso wie die Nagelstudios oft durch Asiaten betrieben werden.

Wenn ich meinen jetzigen Bekanntenkreis anschaue sind darin verschiedenste Ethnien und Herkünfte vereint, die wenigsten sind “echte” New Yorker und in New York aufgewachsen. Diese Diversität erfordert Toleranz, denn ohne diese wäre es nicht möglich hier zu leben.

Sie ermöglicht aber auch, dass jeder irgendwo seinen Platz findet. Wenn Frank Sinatra trällert “If you can make it here, you can make it everywhere” kann ich nicht übereinstimmen. Jeder passt irgendwie und irgendwo dazu. Es ist einfacher, sich als Neuankömmling in New York zu integrieren als beispielsweise in Zürich.

Leute kommen und gehen in New York, jeden Tag. Es scheint mir, dass alle die richtigen Kontakte haben und kurz vor dem (lang ersehnten) Durchbruch stehen. Die Möglichkeiten, hier etwas auf die Beine zu stellen, sind vielfältig – und die Menschen sind offen und bieten einem ein “Window of opportunity”. Doch dieses Fenster ist nicht ewig offen, denn jeder ist seines eigenen Glückes Schmied und verfolgt dieses Mantra zielstrebig, mehr oder oftmals weniger erfolgreich. Aber die Träume sind gross.

New York ist vielfältig. Oberflächlich, tiefgründig. Jemand sagte mir kürzlich: “Who want’s to live here? It’s a shit hole, the filthiest place on earth.” Nope, it is what you think it is.

Top Links – Best free stuff to do in New York City

Freitag, August 13th, 2010

Recession! Yes, everyone knows that. But still, New York has a lot of free stuff to offer – check out the following links, in case you are coming here on vacation or if you want to settle down.

  1. http://www.freenyc.net
  2. http://newyork.timeout.com/articles/features/75099/free-things-to-do-in-new-york-city
  3. http://www.clubfreetime.com/new_york.asp
  4. http://www.8coupons.com
  5. http://groupon.thepoint.com
  6. http://www.gmaconcerts.com
  7. http://www.minicardsnyc.com
  8. http://americahotlinks.com
  9. http://www.meetup.com/cities/us/ny/new_york/groups/?radius=10

Die New Yorker Stadtteile unter der Lupe – von schön bis gefährlich

Freitag, August 13th, 2010

Die folgende Übersicht stellt eine Mischung aus Empfehlungen von Locals und eigenem Online Research dar, als ich mich nach einer neuen Bleibe umgesehen habe.

New York besteht aus 5 Stadtteilen, wovon Manhattan natürlich der populärste ist. Die City vereint in etwa die gleiche Anzahl Menschen wie die ganze Schweiz, auf einem Bruchteil der Fläche. Tripadvisor.com hat hier eine gute Einführung zu den Stadtteilen von New York verfasst.

Natürlich kann man sich auf Statistiken verlassen, und da sieht man dass nur eine der 25 gefährlichsten Gegenden der USA in New York ist. Eine Bekannte meinte dazu nur: “St. Nick and 125h is Disneyland compared to where I’ve been living the past 4 years…”

Oder man kann sich die Spot Crime Map oder das PDF hier anschauen, da findet man an jeder Ecke einen Grund, nicht hinzugehen. Unbestritten gibt es Gegenden, die man als Nicht-Local besser meidet.

Hier eine subjektive Übersicht der schönen Gegenden, nach Stadtteil, aus dem Bekanntenkreis.

  • Brooklyn: Boreum Hill, Carroll Gardens, Brooklyn Heights, Park Slope, Williamsburg, …
  • Queens: Astoria, Forest hills, Rego park, …
  • New Jersey: Hoboken, …

Das Time Out Magazine hat die Top 10 Neighboorhods zusammen gestellt, und unter http://www.walkingaround.com findet man eine Übersicht welche Ethnien sich wo zusammen raufen – eine Schweizer Nachbarschaft gibt’s noch nicht bis jetzt, doch die Deutschen konnten offenbar Gerritsen Beach in Brooklyn bereits ein wenig annektieren.

Weniger empfehlenswert sind dagegen die folgenden Stadtteile.

Manhattan:

  • Alphabet city (Avenues A-D in der Lower East Side) – viele Sozialwohnungen
  • Harlem bis Inwood, oberhalb der 100th Street

Brooklyn:

  • Brownsville
  • East New York
  • Bedford-Stuyvesant
  • Red Hook

Queens:

  • Queensbridge
  • Jamaica

Bronx:

  • Die South Bronx – viele Sozialwohnungen, bspw. Melrose, Mott Haven, Tremont, University Heights

Staten Island:

  • Well, eigentlich will niemand nach Staten Island. Nicht weil es gefährlich ist, sondern weil einfach tote Hose herrscht, heisst es. Und stinkt.

Brandheisse News aus dem Big Apple – und mein erstes Buch

Samstag, Juni 26th, 2010

Heute gibt es wieder mal einen persönlichen Bericht: Während wir hier in New York am Schwitzen sind, scheint der Sommer in Europa noch nicht überall angekommen zu sein. Unser Kater Punky und ich besetzen abwechselnd die Sofafront vor der Klimaanlage, um ein bisschen zu verschnaufen.

Bald wird es Zeit, dem Grossstadtleben den Rücken zu kehren und die Häuserschluchten gegen Sandburgen einzutauschen – wir nehmen einen langen Roadtrip auf uns, um das vielversprechende Fleckchen Charleston in South Carolina zu erkunden.

Besuch in der Schweiz

Wenn dann der Herbst vor der Türe steht, werde ich auch der Schweiz wieder einen Besuch abstatten – die ersten zwei September Wochen gehören Familie und Freunden. Bis dahin steht aber noch eine Menge auf dem Programm, dazu gleich mehr…

Der Sommeranfang bringt auch eine herbe Enttäuschung für die Schweizer Fussballnati mit dem verlorenen Spiel gegen Chile – selbst ich als Sportmuffel habe vor dem TV mit einem Auge mitgefiebert und dabei noch mein Spanisch aufpolieren können, da ich hier keinen englischen Kanal gefunden habe.

Die Schweiz hat mehr als nur ein Spiel verloren

Ein wenig später habe ich auf Facebook verfolgt, wie eine Fanseite mit dem Namen “Ich hasse Schiedsrichter Khalil Al Ghamdi (Schweiz vs. Chile)” an Popularität gewann – innert weniger Stunden hatte die Seite fast 50 000 Fans, Tendenz stark steigend und aktuell mehr als 75 ooo Fans! Ich kann die Enttäuschung ob des verlorenen Spiels verstehen, die Kommentare der “Fans” sind jedoch teils massiv unter der Gürtellinie.

Facebook Power – wie man die Macht der sozialen Netzwerke nutzen kann

Dieses Beispiel zeigt aber klar, dass soziale Netzwerke wie Facebook und Konsorten längst Ihren Kinderschuhen entwachsen sind. Ich beschäftige mich schon eine Weile intensiv mit den Möglichkeiten dieser Online Plattformen, in der Zwischenzeit ist die Beratung von Unternehmen in diesem Umfeld zu meiner Hauptarbeit geworden.

Yeah, ich schreibe mein erstes Buch!

Vor kurzem habe ich deshalb mit dem Data Becker Verlag einen Vertrag über ein Buch zum Thema Social Media Marketing abgeschlossen. Das ist natürlich viel Arbeit, macht aber auch viel Spass – und glücklicherweise habe ich wertvolle Unterstützung gefunden, die mir beim Tagesgeschäft tatkräftig unter die Arme greift.

Aber keine Angst, hier im Blog gibt es deshalb keine Sommerpause – die nächsten Artikel warten schon in den Startlöchern!

Fifty People One Question – das Filmteam zu Besuch in Manhattan und Brooklyn

Montag, Juni 14th, 2010

Seit 2008 gibt es das Projekt “Fifty People One Question” im Netz. Die Idee dahinter ist simpel: An einem beliebigen Ort wird fünfzig Passanten jeweils die selbe Frage gestellt. Dabei reicht das Spektrum an Fragen von “Wo würdest du morgen früh gerne aufwachen?” über “Was wünscht du dir für das Ende des heutigen Tages?” bis hin zu ”Was hast du dir dieses Jahr vorgenommen?”. Statt sachlicher, kurzer Resonanz fällt die Antwort auf die Frage nicht selten poetisch aus oder geht gar in der Offenbarung von Geheimnissen und Träumereien auf.

Das Projekt reiste seit der ersten Episode in 2008 aus New Orleans rund um den Globus und erreichte dabei Millionen von Zuschauern. Dabei machte man auch Halt in Manhattan und Brooklyn, den Orten wo ich seit gut einem Jahr zu Hause bin. Schon da kann man die Unterschiede dieser zwei Bezirke New Yorks gut erkennen.

Fallen lassen, Auffangen – das gilt leider nicht für alle

Freitag, Mai 21st, 2010

Ich war unterwegs zur A.I.R. Gallery, mit Zeitdruck im Nacken um pünktlich meine Liebste zu treffen. Die Gallery liegt direkt am Fusse zwischen Manhattan und Brooklyn Bridge im Dumbo District.


Ich zog auf dem Weg dahin den Bus der Subway vor, dafür verpasste ich die richtige Station zum Aussteigen und hatte dann an der Endstation einen entsprechenden Fussmarsch retour vor mir – welchen ich auch wacker in Angriff. Ich kämpfte mich durch die Menschenmassen über die Manhattan Brücke und pirschte vorwärts, die Front Street 111 war mein Ziel.

Dort wartete die A.I.R. Gallery auf mich und hatte verschiedenste Kunstwerke im Angebot, von Fotografien über abstrakte Bilder bis hin zu Installationen und Comics.


Hunderte meist junger Leute hatten den Weg dahin vor mir gefunden und drängelten sich in den Räumen, es war warm, laut und “uplifting”. Ich tourte durch die verschiedenen Stile und fand, dass Kunst etwas Schönes ist.

Nach diesem Intermezzo machten wir uns auf den Weg zum Auto. Auf dem Weg dahin krächzte eine Stimme liebenswürdig hinter uns, “Nice dress, lady” (dies galt offensichtlich nicht mir, ich konnte aber zustimmen) – was mein Liebste mit einem Blick zurück und einem “Thank you” quittierte.

Ein paar Schritte weiter wartete schon der schmierige Dealer auf die Stimme, um den nächsten Express ins Reich der trostlosen Träume abzudrücken. Mel brachte es auf den Punkt. “Heroine is such a bitch, man.”

Die Swisscom in der New Yorker Subway

Samstag, Mai 15th, 2010

Heute Morgen auf dem Weg von Brooklyn nach Manhattan war ich gerade in die Lektüre von Travel+Leisure vertieft und hob kurz meinen Kopf um einen Blick auf den Financial District zu erhaschen – und blieb aber anderweitig hängen: der Typ gegenüber trug ein Swisscom T-Shirt!

Als langjähriger Swisscom Mitarbeiter fühle ich mich “meinem” Unternehmen und seinen Mitarbeitern, meinen lieben Ex-Kollegen, immer noch stark verbunden.

Ich wusste, dass es in New York eine Handvoll Leute von Swisscom Hospitality Services gibt, die vor allem für Events die Kommunikations-Infrastruktur sicherstellen. Eine weitere grössere Abteilung ist in Dulles, Washington, zu finden. Aber in 8 Millionen Einwohnern ausgerechnet auf diese Nadel im Heuhaufen zu treffen… Ich knipste als erstes mal ein Foto zum Beweis, und setzte dann meine Spürnase in Gang, um mehr herauszufinden.

Pierre lachte. Nein, er sei nicht von Swisscom. Er habe aber mit den Jungs von der oben genannten Abteilung kürzlich zusammen gearbeitet, und die hätten ihm das Shirt in die Finger gedrückt. Aha!

Anstatt das Wochenende zu genießen musste Pierre aber raus, zu einem Kunden, dessen Server reparieren. Ich wünschte viel Glück, und hätte ob des netten Gesprächs bald noch meinen Halt an der 34. Strasse verpasst. Einmal mehr eine gelungene Überraschung, liebe Swisscom ;-) .

(M)ein Jahr in New York

Dienstag, April 6th, 2010

Vor genau einem Jahr drückte ich meine Lieben fest an mich und begann damit ein neues Kapitel in meinem Leben – die Auswanderung nach Amerika! Auf der Zugfahrt an den Flughafen hatte mein Radar bereits auf Entdeckermodus umgeschaltet. Ich erinnere mich, wie ich die saftigen Wiesen mit den gescheckten Kühen in mich aufsog, den Häusern mit den rotbraunen Spitzdächern nachschaute.

Ich wollte nicht nach New York fliegen, sondern wie mein Urgrossvater mit dem Schiff den Weg antreten. So flog ich nach London, und fuhr von dort mit dem Bus an die Küste. Am nächsten Tag hiess es Leinen los – mit mir an Bord und so viel Gepäck, wie ich selbst tragen konnte.

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Eine Woche später fuhren wir an der Freiheitsstatue und Ellis Island vorbei und legten am Pier in New York an. Geplant war zwei Wochen die Stadt zu erkunden und dann zu sehen, wo es mich hinzieht. Nach 2 Wochen Big Apple hatte ich aber noch nicht genug, und ich verlängerte meinen Aufenthalt.

Ich traf mich damals mit Markus, einem meiner ehemaligen Kunden, zum Lunch. Auch er schlug vor mehr als 10 Jahren seine Zelte hier auf und hatte sofort den Durchblick: “Du wirst hier hängen bleiben, Reto!“, prophezeite er. Und sollte recht behalten!

Ich bin glücklich im Big Apple. Glücklich, dass ich meinem Herzen folgte – und die Logik beiseite schob. Glücklich, dass ich weiß, was mir wichtig ist und was ich will. Dass ich lehrreiche Erfahrungen mache. Dass ich im Grossstadtdschungel Liebe und Freundschaft gefunden habe. Dass ich mein eigenes Business aufbaue und Spaß dabei habe. Der weise Konfuzius hatte eben schon recht: Wähle einen Beruf, den Du liebst, und Du brauchst keinen Tag in Deinem Leben mehr zu arbeiten!

America_Land_That_I_love

Erholung beim Zahnarztbesuch

Sonntag, März 28th, 2010

Alle Jahre wieder steht der Besuch beim Onkel Zahnarzt an. In Amerika läuft das ein bisschen anders ab als in der Schweiz – wie ich am eigenen Leib erfuhr. Im Wartezimmer hingen vier TV-Geräte, welche Nachrichten, Sport und Talkshows übertrugen. Als erstes reichte mir das Fräulein einen Laptop, wo ich mich registrierte und etwa 15 Seiten an Fragen zu meinem Gesundheitszustand beantwortete. Nicht zu vergessen eine Handvoll Unterschriften zu allen möglichen Bedingungen. Das wurde alles in den Computer übertragen, und ich war „good to go“.

Ich wurde in die hinteren Räume geleitet, wo der Assistent neue Röntgenbilder und Fotos von meinem Gebiss machte. Diese wurden von der Chefin vom Dienst am Monitor im Detail untersucht. Danach wurden meine Beisserchen herausgeputzt, und ich war entlassen.

Meine neu adoptierte Zahnärztin meinte aber, dass man bei den Weisheitszähnen die Versiegelung erneuern sollte. Ich vereinbarte in der folgenden Woche einen neuen Termin.

Ich machte es mir auf dem Zahnarztstuhl gemütlich. Ob ich eine Massage wolle, fragte es von hinten. Ich bejahte verdutzt, und schon stapfte es sanft in meinem Rücken – der Stuhl hatte eine eingebaute Massagefunktion!

Der Assistent legte rhythmische portugiesische Musik am Computer auf, und ich konnte am Monitor die Titelliste live verfolgen. Das war der angenehme Part, es fühlte sich fast an wie die Einstimmung auf Erholung in einem Spa.

Das hohe Surren der Bohrmaschine holte mich aber rasch in die Realität zurück und trübte die Idylle. Nach einer guten Stunde war der Spuk vorbei. Der Schaden belief sich 2000 Dollar und ein paar Zerquetschte – endlich mal ein Stundenlohn, der sich sehen lassen kann!