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Posts Tagged ‘Finance’

Credit History in den USA: Warum Neuankömmlinge es schwer damit haben

Freitag, Februar 12th, 2010

Ich bezahle meine Rechnungen immer pünktlich, Kredit aufnehmen passt mir gar nicht in den Kram – und doch komme ich in den USA aus praktischen Gründen nicht herum. Nicht weil mir das Geld ausgeht, der Grund dafür liegt viel mehr in der sogenannten Credit History. Was das ist und wie man sich eine solche als Neuling in Amerika aufbauen kann, werde ich heute vorstellen.

CreditCardStack

Credit History – die Fakten

Unter einer sog. Credit History versteht man einen Kreditbericht. Damit ist nichts anders als eine Vorgeschichte zur Zahlungsfähigkeit und vor allem zur Zahlungsmoral gemeint. Dabei werden solche Datensätze zwar nicht nur in den USA, sondern auch in vielen europäischen Ländern und im asiatischen Raum geführt, allerdings misst man ihnen in den Vereinigten Staaten eine besonders große Bedeutung bei.

Hier gibt diese Credit History alle Daten zur Rückzahlung der eingangs erhaltenen Anleihe wieder, wobei auch Informationen zu Konkursen oder sonstigen Zahlungsunfähigkeiten enthalten sind und rückwirkend aufgerufen werden können. Dabei sind im banktechnischen Sprachgebrauch aber auch die Begriffe Kredit-Geschichte und Kredit-Score üblich. Sie bezeichnen aber alle den gleichen Vorgang, der sich am besten mit „Kredit-Ruf“ bezeichnen lässt.

Kreditantrag – so funktioniert der Prozess

Dabei ist der Vorgang zu eben dieser Credit History eigentlich gar nicht so unüblich und wird in abgewandelter Form auch in Deutschland und Österreich praktiziert. Hier füllt der Antragsteller auf einen Kredit – sei er nun eine private oder juristische Person – einen Antrag auf Kreditgewährung aus. In den USA wird dieser Antrag vom Antragsteller also selbst ausgefüllt und nicht wie in Deutschland vom Bankkundenbetreuer. Diese Angaben, die im Antrag gemacht wurden, werden nun von der Bank gespeichert, überprüft und bereitgehalten. Somit wird als Sicherheit für die Gläubiger auch gewährleistet, dass der Antragsteller wirklich existiert und im Falle einer Insolvenz auch juristisch greifbar und strafbar ist.

Nun bestimmt die Credit Abteilung der Bank oder das Credit Büro, ob der Antragsteller kreditwürdig ist. Dazu kann nach erfolgter problemloser oder auch problematischer Rückzahlung der anfänglichen Anleihe, sofort der benötigte Datensatz abgerufen werden. Hier sieht die Bank also bereits vor Erteilung der Kreditzusagen, ob der Antragsteller liquid ist oder ob er bereits in unmittelbarer Vergangenheit schwer mit Zahlungsverzügen zu kämpfen hatte. Dabei wird also ein System angewendet, das den ehemals gebräuchlichen sog. Schuldverschreibungen gar nicht so unähnlich ist. Bei einer unmittelbar registrierten andauernden Zahlungsschwierigkeit wird die Bank also mit weiteren Kreditgewährungen vorsichtig sein. Schlimmer als eine schlechte Historie ist, wenn man als neuer Greencard Inhaber gar keine Historie hat …

CreditCardStatement

http://www.flickr.com/photos/restlessglobetrotter/
/ CC BY 2.0

Credit History – eine sinnvolle Sache?

Grundsätzlich leuchtet der Sinn dieser Credit History also ein, auch wenn es regelmäßig zahlreiche Diskussionen um den Sinn und Zweck gibt. Dabei kann man diese Datenerhebung aber auch als Vorteil und im Sinne des Kundenschutzes ansehen. Sie verhindert eine vollständige Überschuldung, gewährleistet aber auch jenen eine Kreditzusage, die kein Eigenkapital, dafür aber eine hohe Zahlungsmoral besitzen. Schließlich haben weder Bank noch Gläubiger etwas davon, wenn an sinnlos hohen Eigenkapitalquoten festgehalten wird, der Eigentümer des Geldes sich aber standhaft weigert seine Raten zu bezahlen.

Die Credit History schafft Transparenz für alle Beteiligten. Ich werde bal mal aufzeigen, wie dass man sich eine solche Hisotory aufbauen kann.

Greencard, Steuern, Bankkonto, Telefon – was es braucht zum Start

Freitag, Dezember 11th, 2009

Einige Wochen nach dem Erhalt meines Visa reiste ich das erste Mal in die USA ein. Bei der Immigration wurde ich von einem Beamten ins Hinterzimmer geführt, Fingerabdrücke abnehmen. Genau, wie im Film mit schwarzer Farbe. Das Prozedere war innert Minuten abgehandelt und ich setzte meinen Fuß auf New Yorker Boden.

Das USA-Reisefieber bricht aus

Dieser Reise folgten in den nächsten Jahren einige weitere, im Schnitt alle paar Monate – wer als Greencard Inhaber länger als 6 Monate außer Landes bleibt, wird bei der nächsten Einreise auf Probleme stoßen. Wer Pech hat, dem wird die Greencard direkt bei der Immigration weggenommen. Die Reisen gingen unter anderem nach Kalifornien, New York Florida (1, 2 oder 3), Colorado, Hawaii und Texas.

Lästig, aber nötig: Steuern

Als Greencard Inhaber ist man auch steuerpflichtig in den USA, was ich verdrängt hatte und dank meiner Steuerberaterin aus Deutschland dann verspätet doch noch hinbiegen konnte. Auch als ich einen Steuerbescheid zur Nachzahlung von sagenhaften 16’000 $ erhielt, wusste sie Rat und konnte das geschickt verhandeln, da ich meine Schuldigkeit in der Schweiz bereits geleistet hatte.

Postadresse und Telefon als Grundlage

Man braucht im Weiteren eine Social Security Number, ähnlich der schweizerischen AHV-Nummer, um überhaupt irgend etwas offiziell anstossen zu können. Da ich diese nicht automatisch erhalten hatte (was eigentlich hätte passieren sollen), ging ich bei der amerikanischen Botschaft in Bern vorbei, welche mir eine solche Nummer zustellte. Damit war es mir auf der nächsten Reise möglich, in den USA ein Postfach bei UPS zu mieten (damit hatte ich eine Adresse in Cape Coral, Florida), und darauf basierend ein Bankkonto einzurichten. Eine amerikanische Telefonnummer gab es als Prepaid Karte im AT&T Shop, resp. kann jetzt auch via Skype von überall her gemietet werden.

Damit waren die Grundsteine gelegt – und doch gab es noch ein paar Hürden zu nehmen bis es ernst wurde.