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Interview mit Ariane Hundt: „In Deutschland hatte ich immer das Gefühl, gebremst zu werden!“

Stell dich am besten zunächst kurz vor, wer du bist, was du machst, woher du kommst, wo du jetzt wohnst, wie alt du bist etc.

Mein Name ist Ariane Hundt, ich bin in New York City als Personal Trainer und Ernährungsberaterin tätig. Ich habe das Brooklyn Bridge Boot Camp (www.brooklynbridgebootcamp.com) ins Leben gerufen, “NYC’s toughest workout”. Ursprünglich  bin ich aus Dortmund und in Österreich und Bayern aufgewachsen. Ich bin 34 Jahre alt und lebe seit 1997 in den USA.

Ariane

Wie ist in dir der Entschluss gereift, in die USA zu gehen? Was waren die Gründe, was der Auslöser?

Ich hatte immer Heimweh nach den Staaten, obwohl ich nie hier war, bevor ich übersiedelte. Mit 21 habe ich mich dann entschlossen, als Au Pair für 1 Jahr nach Washington D.C. zu gehen. Das Jahr verlief so toll, dass ich mich entschloss, mein Studium weiterzuführen während ich weiterhin für die selbe Familie arbeitete. In Deutschland hatte ich immer das Gefühl gebremst zu werden in meinen Ideen und Vorhaben, und hatte daher auch nicht viel Selbstvertrauen, meine Ideen anzugehen. Sobald ich aber in den Staaten war, bekam ich so viel positiven Zuspruch von Freunden, dass ich mich endlich traute verschiedenes auszuprobieren.

Hattest du vorher schon Erfahrungen mit den USA sammeln können?

Nur durch Filme und Fernsehsendungen. Ich sprach immer mit Amerikanern, wenn ich die Möglichkeit hatte – und war von deren positiver Ausstrahlung und Einstellung angetan.

Wie reagierte dein Umfeld in Deutschland auf diese Idee?

Sehr positiv. Meine Familie unterstützte mich, meinen Träumen nachzugehen. Mein Bruder sagte von Anfang an, dass ich nicht zurückkommen würde. Viele Freunde meinten, dass sie das auch gerne machen würden – aber leider zu sehr an ihr Leben in Deutschland gebunden sind.

Hast du jetzt noch Verbindungen in deine alte Heimat? Bist du vielleicht sogar noch öfter dort?

Ich habe die meisten freundschaftlichen Verbindungen verloren, habe aber meine gesamte Familie in Deutschland. Meine Mutter lebt in Berlin und ich besuche sie einmal im Jahr.

arianeBioPic

Wie war für dich die erste Zeit in den USA, wo waren Probleme, was lief gut?

Das erste Jahr in den Staaten war für mich sehr beeindruckend. Ich fühlte mich wie Zuhause in hinsichtlich der positiven Einstellung. Das Motto “You can do anything you want“ war für mich neu und sehr motivierend. Ich hatte Schwierigkeiten, den Unterschied herauszufinden, wenn die Amis etwas wirklich meinen oder wenn sie nur nett sein wollen. Als ich zum Beispiel „Nice to meet you“ in den ersten Wochen hörte, dachte ich mir immer, wie supernett das doch war. Letztendlich habe ich dann gelernt, dass es wirklich nichts bedeutet und nur eine Nettigkeit ist. Auch musste ich auf die harte Tour lernen, dass Einladungen nicht immer ernst gemeint sind, sondern oft nur so gesagt werden, um nett zu sein. Anfangs war es auch sehr schwer, enge Freundschaften mit Amerikanern zu schließen. Das hat sich mittlerweile total geändert.

Hast Du eine Greencard oder bist Du schon amerikanischer Staatsbürger?

Ich bekam meine Greencard in 2007, bin aber noch nicht Staatsbürgerin.

Was hat Dir besonders geholfen, dich einzuleben?

Ich bin ein sehr offener und neugieriger Mensch, daher ist es mir gar nicht schwer gefallen, mich einzuleben. Ich habe versucht, soviel wie möglich über die Kultur hier zu lernen. Ich habe versucht, meinen deutschen Akzent abzulegen, da ich nicht immer über meine Herkunft ausgefragt werden wollte, sondern reinpassen wollte. Es hat mir auch sehr geholfen, Freunde zu finden, mit denen ich die amerikanischen Feiertage erleben konnte, was wirklich die ganze Erfahrung hier soviel echter macht. Obwohl, einen guten Glühwein kriegt man hier nur schwierig :-) .

Wie würdest du im Rückblick deine Entscheidung bewerten?

Die beste Entscheidung meines Lebens. Ich habe “no regrets”. Wäre ich in Deutschland geblieben, hätte ich nie meine Träume in dem Masse verwirklichen können wie hier. Ich fühle wirklich, dass ich hier angehen kann was ich will und damit was erreichen kann.

Hast du bestimmte Vorstellungen für das kommende Jahr? Möchtest du vielleicht sogar noch einmal wegziehen?

Ich habe viele Ziele für dieses Jahr. Ich produziere gerade meine erste Brooklyn Bridge Boot Camp Workout DVD, arbeite daran mein Business weiter auszubauen mit weiteren Trainern und Programmen, und arbeite auch an einem Buch. Ich möchte demnächst gerne ein Apartment in der Stadt oder auf dem Land kaufen, und etwas mehr Ausgleich finden zwischen Arbeit und Freizeit. 15-Stunden lange Tage können manchmal ganz schön ermüdend sein.

Ariane, vielen Dank für das spannende Interview!

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