Interview mit Maik Wiedenbach: „Ich bin schneller erwachsen und selbstbewusster geworden!“
Reto Stuber interviewt Persönlichkeiten aus Deutschland, die den Weg nach Amerika gemacht haben.
Heute im Interview: Maik Wiedenbach, Personal Training Business www.adlertraining.com in New York
Stell dich am besten zunächst kurz vor, wer du bist, was du machst, woher du kommst, wo du jetzt wohnst, eventuell wie alt du bist?
Mein Name ist Maik Wiedenbach, 34 jahre alt aus Radolfzell am Bodensee. Seit 11 Jahren lebe ich in NYC und betreibe dort mein eigenes Personal Training Business www.adlertraining.com. Hierbei betreue ich vornehmlich Kunden aus dem Finanz- und Entertainmentbereich im Hinblick auf Fettverlust und Muskelaufbau. Des weiteren habe ich vor kurzem mein erstes Buch geschrieben, welches im Januar 2011 veroeffentlicht wird.
Wie ist in dir der Entschluss gereift, in die USA zu gehen? Was waren die Gründe, was der Auslöser?
Als ich 1999 in die USA gegangen bin, war der Hauptgrund eigentlich der Schwimmsport. Ich war damals deutsche Spitze und hatte das Gefühl, mich nur im Ausland sportlich und menschlich weiterentwickeln zu können. 1998 habe ich mich für Sportstipendien und verschiedenen Universitäten beworben und hatte dann die Wahl zwischen New York und Miami, also quasi zwischen Stadt und Sonne. Im Endeffekt hat dann die Basketballvorliebe meines Bruders (NY Knicks Fan) den Ausschlag für NY gegeben, ich selbst habe diesen Schritt nie bereut.
Hattest du vorher schon Erfahrungen mit den USA sammeln können?
Überhaupt nicht.
Wie reagierte dein Umfeld in Deutschland auf diese Idee?
Sehr unterstützend, meine Eltern waren der Meinung dass mir ein bis zwei Jahre im Ausland gut tun würden. Es konnte ja niemand wissen, dass ich nach 11 Jahren immer noch hier sein würde.
Hast du jetzt noch Verbindungen in deine alte Heimat? Bist du vielleicht sogar noch öfter dort?
Natürlich telefoniere ich mehrmals in der Woche mit meinem Vater und Bruder und reise 1-2 Mal im Jahr nach Deutschland. Desweiteren verfolge ich die deutsche Politik so gut als möglich von hier aus (Spiegel Auslandsabo). Und am Samstag ist natürlich Bundesliga live….
Wie war für dich die erste Zeit in den USA, wo waren Probleme, was lief gut?
Probleme gab es eigentlich keine, da ich wie gesagt durch mein Team gut integriert war. Auch akademisch konnte ich sofort mithalten, zumal die Universitäten in den USA sich um Sportler hervorragend kümmern. Mir wurde sofort ein „academic advisor“ zur Seite gestellt, der mir bei der Kursauswahl behilflich war. Bald darauf lernte ich meine zukünftige Frau kennen…..
Hast Du eine Greencard oder bist Du schon amerikanischer Staastsbürger?
Meine Frau und ich haben seit 2006 Green Cards, ob wir den letzten Schritt zur Staatsbürgerschaft tun werden, bleibt abzuwarten.
Was hat Dir besonders geholfen, dich einzuleben?
Am Anfang auf jeden Fall das Schwimmteam und das Campusleben im allgemeinen. Man lebt auf so engen Raum zusammen, es ist unmöglich allein zu bleiben. Desweiteren ist New York einfach eine faszinierende Stadt, nichts bleibt gleich, alles ändert sich. Die beruflichen Möglichkeiten sind hier, gerade für self-starters, einfach grossartig. Desweiteren ist auch das kulturelle Leben, bedingt durch die Vielfältigkeit der Stadt, hochinteressant. Man kommt ständig mit anderen Kulturen oder Denkrichtungen in Kontakt.
Wie würdest du im Rückblick deine Entscheidung bewerten?
Äußerst positiv, der Wechsel ins Ausland hat sich menschlich wie auch beruflich bezahlt gemacht. Ich persönlich denke, man wird im Ausland schneller erwachsen, da man auf sich gestellt ist. Desweitern eröffnen sich neue Horizonte und Möglichkeiten, das positive Denken der Amerikaner kann sehr ansteckend sein. Mich hat insbesondere beeindruckt, wie die Stadt nach dem 11. September zusammen gehalten hat und wie schnell Wirtschaft und Gesellschaft sich erholt haben. Diese Denkweise hat mich sehr geprägt und auch meine eigenen Entscheidungen beeinflusst, man wird selbstbewusster. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mein eigenes Business in Deutschland eröffnet hätte.
Hast du bestimmte Vorstellungen für das 2010? Möchtest du vielleicht sogar noch einmal wegziehen?
2010 werde ich meine erste DVD „ The desk athlete“ und mein erstes Buch „105 Fitness myths and tips“ herauszubringen und Adlertraining als Marke in der Fitnesswelt etablieren. Desweiteren habe ich das Project „ Muscles for a better life” lanciert, welches Latino-Jugendlichen aus der Bronx die Möglichkeit gibt, im Studio zu trainieren und Selbstvertrauen aufzubauen. Zur Zeit betreue ich drei Jugendliche, das Program zielt darauf ab, durch den Sport die Englischkenntnisse der Kids zu verbessern und so den Weg ins College zu ebnen. Ans Wegziehen denke ich eher nicht, aber man sollte sich nie vor neuen Möglichkeiten verschließen.
Maik, vielen Dank für dieses Interview!
Tags: Interview

Fast alle dürfen mitmachen. Finden Sie heraus, ob Sie an der GreenCard Lotterie der USA teilnehmen dürfen. Unser Teilnahmecheck gibt Ihnen in wenigen Schritten Gewissheit.