Interview mit Volker Weiss: „Ich lebe im Paradies auf Erden, auch als Maui bekannt.“ (Teil 1)
Reto Stuber interviewt Persönlichkeiten aus Deutschland, die den Weg nach Amerika gemacht haben.
Heute im Interview: Volker Weiss, Immobilienmakler auf Maui.

Ciao Volker, stell dich bitte kurz vor, wer du bist, was du machst, woher du kommst, wo du jetzt wohnst.
Aloha aus Maui, Hawaii. Ganz weit im Westen, aber noch immer USA. Mein Name ist Volker Weiss. Ich bin irgendwann mal in Hamburg geboren worden und habe in Norderstedt gewohnt. Die Freizeit in meiner Jugend habe ich mit viel Training und Leistungsschwimmen verbracht. Während meiner letzten Schuljahre lebte ich in einem Sportinternat für die Nationalmannschaft in Malente, Ost Holstein. Nach dem Abiturabschluss in Eutin habe ich bei der Bundeswehr im Raum Hamburg meine Pflicht getan.
Schon als junger Mensch wollte ich immer die ganze Welt erkunden. Englisch in der Schule war eine glatte 1, und mir war klar, dass ich einen Beruf brauchte, der viel mit Reisen zu tun hat. Das Atlantic Hotel Kempinski Hamburg ermöglichte mir eine Ausbildung zum Hotelfachmann. Die damalige Direktion unterstützte meine Idee, den gesammelten Urlaub als Trainee im Schwester-Hotel The Grand Kempinski Dallas in Texas zu verbringen.
Das Vorstudium zu den Wirtschaftswissenschaften in Hamburg hat mir danach aber gar nicht zugesagt. Ein paar Jahre bei der Lufthansa in Hamburg und Berlin mit vielen Reisen nach Afrika und auf die warmen Inseln Süd Europas haben mir dann so richtig die Augen geöffnet.
Heute arbeite ich als Immobilien Makler auf dem schönsten Fleckchen Erde, wenn man sich das bildlich vor Augen führt. Die Insel Maui ist die schönste Insel auf Hawaii und seit mehr als 15 Jahren bei verschiedenen Publikationen offiziell dazu gewählt worden. Wer wie ich von Meer, Sonne und Natur nicht genug haben kann, der ist hier richtig aufgehoben. Mein Beruf hat sich dabei eigentlich nur so ergeben. Ich wollte Maui einfach nicht mehr verlassen, und hatte mir vorgenommen, mehr über den Kauf eines Hauses in den USA zu verstehen.

Volker Weiss ist nicht gerade eine gängige Verbindung von Buchstaben in der englischen Sprache. Meine Initialen sind ganz einfach VW. Und VW ist im amerikanischen Volksmund primär mit der gleichnamigen Automarke assoziiert – und auf Maui nun auch mit meinem Namen. Der Erfolg als Immobilien Händler hat sicherlich zum Teil auch mit meinem ungewöhnlichen Marketing Konzept zu tun. Ich fahre hier einen VW, Kennzeichen VWMAUI und die meisten Kunden und Kollegen kennen mich als VWonMaui. Keep it simple!
Wie der Entschluss in Dir gereift, in die USA zu gehen, und warum gerade nach Maui?
Die Carl Duisberg Gesellschaft hatte in den 80er und 90er Jahren ein Austauschprogramm für ausgebildete jungen Menschen. Über ein recht schwieriges Auswahlverfahren konnte man ein zeitlich begrenztes Arbeitsvisum für verschiedene Länder bekommen, den Arbeitsplatz musste man sich selbst organisieren.
Meine Tante und mein Onkel leben mit meiner Cousine nun schon etwa 50 Jahre in Chicago. Unsere Eltern haben meinen Bruder und mich als Kinder ein paar Mal zu Besuch mitgenommen. Die USA waren für mich einfach cool und gefühlsmäßig gar nicht so weit von zu Hause.
Fassungslos und überglücklich habe ich das Auswahlverfahren für mein Arbeitsvisum bei der Carl Duisberg Gesellschaft erfolgreich bestanden. Nach knapp 100 schriftlichen Bewerbungen gab mir eine amerikanische Hotelkette eine Einstellungszusage für ein tolles Hotel in New York. Leider wurde das Hotel 3 Wochen vor dem Beginn meines Arbeitsvisums verkauft. Noch in Deutschland lernte ich so das „Hire and Fire“-Prinzip der Arbeitswelt in den USA kennen.
Genau zu dieser Zeit fand ich in der deutschen „Allgemeinen Hotel und Gaststätten Zeitung“ einen Artikel über einen erfolgreichen Hotelier aus Berchtesgarden in Bayern. Als General Manager war er gerade von Kalifornien nach Maui, Hawaii umgezogen und damit beschäftigt ein neues Hotel für Hyatt International zu eröffnen. Wow! Mit weniger als 3 Wochen Zeit entschloss ich mich kurzerhand, mal eben auf Maui anzurufen. Damals noch für etwa DM 8.00 per Stunde, aber das war mir egal.
Diesen Manager werde ich nie vergessen. Bis heute haben wir kein Wort auf Englisch gesprochen. Ihm war das strenge Auswahlverfahren der Carl Duisberg Gesellschaft bestens bekannt, und ich hatte meinen Arbeitsplatz innerhalb von Minuten gesichert. Ich entschloss mich, meinen Aufenthalt in New York auf 3 Tage zu begrenzen. Mit einem Lächeln denke ich an den Tag zurück, an dem ich mein Anschlussticket von New York nach Maui in einem Reisebüro im Herold Center in Norderstedt gekauft habe.
Bei meiner ersten Ankunft auf Maui habe ich geweint. Es war Oktober. Der General Manager hatte eine weiße Limousine organisiert und wir fuhren an Sandstränden und Palmen vorbei, begleitet von einem Bilderbuch-Sonnenuntergang. Der Eingang des Grand Wailea Resorts hat Wasserfälle und überall waren Fackeln. Die Restaurants haben keine Fenster, alle Gänge sind offen und überall riecht es nach Palmen, Meer, BBQ und frischen Früchten. Der Himmel auf Erden. Willkommen in meinem Zuhause.
Nach etwa 2 Jahren war der Spaß zu Ende und mein Visum abgelaufen. Ich hatte alles versucht, aber leider haben Arbeitsangebote nicht gereicht, um ein neues Visum für die USA zu bekommen. Für knapp 8 Jahre habe ich dann bei Hyatt International in verschiedenen Ländern und Stätten in Asien gearbeitet. Vom heutigen Standpunkt war das mit Sicherheit eine erfolgreiche und auch die beste Lehrzeit meines Lebens. Aber mein Herz und meine Seele waren für immer verdorben! Ich wollte einfach nur wieder zurück nach Maui.

Nicht gerade auf eine einfache Art musste ich die tiefe Bedeutung des Wortes Geduld erlernen. Ganz zufällig begegnete ich eines Tages meiner Frau. Sie ist aus Südkalifornien und lebt seit über 25 Jahren auf Maui. Es war klar, dass sie die Insel nur zum Urlaub verlassen würde. Bingo! Genau das, was ich auch im Sinn hatte. Außer in Norderstedt habe ich nie so lange wie hier in einem Land an einem Platz gewohnt. Ich besitze Autos jetzt mehr als ein nur ein paar Jahre und habe eine Werkzeugkiste auf Rädern. Seid unserer Heirat bin ich nun also wirklich auf Maui zu Hause.
Der zweite Teil des Interviews folgt in wenigen Tagen – am besten jetzt gleich den RSS-Newsfeed abonnieren!
Tags: Interview
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Mein Name ist Reto Stuber, ich bin 1978 in der Schweiz geboren und lebe heute in New York. Ich hatte das große Glück, eine Greencard zu gewinnen und bin dadurch meinen "American Dream" auf die Spur gekommen. Mein Motto lautet: „Destiny is not a matter of chance, it is a thing to be achieved.“ –
„Das Schicksal ist nicht eine Sache des Zufalls, es ist eine Sache, die erreicht werden kann.“
William Jennings Bryan (1860-1925)
