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Archive for Juni, 2010

Interview mit Volker Weiss: „Ich lebe im Paradies auf Erden, auch als Maui bekannt.“ (Teil 2)

Montag, Juni 28th, 2010

Reto Stuber interviewt Persönlichkeiten aus Deutschland, die den Weg nach Amerika gemacht haben.

Heute im Interview: Volker Weiss, Immobilienmakler auf Maui, 2. Teil (1. Teil hier).

Was gefällt Dir besser am Leben auf Hawaii – abgesehen von Sonne, Natur und endlosen Traumstränden ;-) ?

Meer, Sonne und Natur bilden mit Sicherheit die Grundlage für das Leben auf einer Insel so wie Maui. Hawaii liegt mitten im Pazifik und am weitesten weg von jedem anderen Platz, an dem Menschen leben. Was mir an Zivilisation fehlt, kann ich mir heute einfach über das Internet bestellen oder ansehen. Das erste Mal war es schon unheimlich, wenn im Supermarkt die Regale leer sind, weil irgendwo im Pazifik ein Sturm tobte und das zuständige Schiff nicht rechtzeitig ankam. Aber schlechte Nachrichten und Realityshows bietet das Fernsehen auf Knopfdruck ja sonst eh genug.

Sonnenuntergang

Mit der richtigen Einstellung für die schönsten Dinge im Leben ist Maui einfach das Paradies schlecht hin. Es gibt hier keine vier Jahreszeiten, sondern  es ist einfach warm. Morgens früh zum Surfen, mit dem Rennrad durch die Sonne radeln oder zum Work-out im tiefen Sand am Strand mit einem Freund treffen. Ich freue mich jeden Morgen, wenn ich vor der schwierigen Wahl stehe, welches Shirt ich mir denn heute mal anziehe. Meine Füße fangen an zu schwitzen, wenn der Kopf nur an Socken denkt. Wann auch immer es mit der Arbeit passt, fahre ich nachmittags zum Windsurfen an die Nordküste.

Die Scheiben im Auto beschlagen hier nicht und die Fußmatten werden nie nass, nur sandig. Die farbigen Sonnenuntergänge sind für mich ein tägliches Erlebnis. Unsere natürliche Klimaanlage ist ein Traum. Wir haben in unserem Haus an 365 Tagen im Jahr, Tag und Nacht unsere Fenster geöffnet. Nachts gibt es kein Wind, nur Stille. Es gibt hier keine Großstadt. Es ist einfach dunkel. Der Sternenhimmel und die Milchstraße sehen beim ersten Mal völlig unnatürlich aus und erinnern mich an das Planetarium im Hamburger Stadtpark.

Durch meine Erfahrungen mit der Dritten­ Welt in Afrika und Asien habe ich die natürliche Schönheit meiner einzigartigen Umwelt in Hawaii ganz besonders schätzen gelernt. Auf eine ganz eigenwillige Art und Weise scheint die Zeit hier, ganz einfach gesagt, stillzustehen. Wenn man hier länger lebt, versteht man, wie klein diese ­Inselwelt auf Maui wirklich ist. Es gibt nur etwa 140,000 Einwohner. Die meisten Menschen kommen nur zu Besuch, meist nur ganz kurz und nur ein einziges Mal im Leben. Die Realität verschmilzt mit einem Traum. Ich bin hier zu Hause. Wahnsinn!

Bild3

Du bist mit einer Amerikanerin verheiratet, wie habt Ihr Euch kennengelernt und welche Rolle hat sie für dein Zurechtfinden in den USA gespielt?

Meine Frau habe ich in einem der großen Strandhotels auf Maui kennengelernt. Es ist für uns beide die zweite Ehe, aber inzwischen auch unsere längste Beziehung. Unser Entschluss, das Leben gemeinsam zu genießen, setzte irgendwie immer voraus, das Maui unsere Heimat bleibt. Ohne Worte ist uns beiden das von Anfang an klar gewesen.

Das Hotelgewerbe in Verbindung mit der Arbeit in verschiedenen Ländern auf anderen Kontinenten hat mir die Integration in den USA sicherlich erleichtert. Aber für die deutsche Natur ist eine blonde kalifornische Flamme nicht gerade die einfachste Sache der Welt. Ich dachte immer, mein Englisch sei ganz gut – aber die Umgangssprache in diesem Land lernt man erst, wenn man wirklich hier ganz bewusst lebt. Noch heute muss ich das eine oder andere Wort noch erklärt bekommen oder heimlich nachlesen.

Erschreckend oft beschränkt sich die Ausbildung hier ausschließlich auf die USA. Fast als wenn es den Weltkrieg nur in Europa gab und Asien nur bekannt ist durch „Made in China“. Unheimlich ist am Anfang auch das Einkaufen. Eine Gallone fasst hier fast 4 Liter. Das ist die normale Größe im Supermarkt. Alles andere ist klein oder eben viel größer. Levis Jeans kosten $30 und gute Shorts ungefähr $45. Kurze Hosen sind in Hawaii eben wichtiger.

Das Leben erscheint mir hier einfacher, solange man gesund und munter ist. Wenn man eine schlaue Idee hat und diese sich verkaufen lässt, macht man auch gutes Geld. Der Versicherungskaufmann von gestern könnte morgen Millionär sein, ­da steht nichts im Wege. Viele Amerikaner haben mehrere Berufe oder wechseln ihren Karrieren noch in den 40ern oder 50ern. Es gibt viele kleine Unternehmer, die miteinander kooperieren. Die alte Tausch Idee von Dienstleistungen spielt in dieser Wirtschaft eine große Rolle.

Karte

Heute weiß ich, dass ich meine Frau mit meinen Fragen und Handlungen wohl öfter mal amüsiert habe. Sie hat mir den Einstieg in das private und das geschäftliche Leben mit Sicherheit ganz unbewusst erleichtert. Es ist schon gut, wenn man jemanden hat, den man einfach alles fragen kann. Aber die Begeisterung für Super Bowl Sunday und Golden Globe Awards werde ich wohl nie in mein Blut bekommen. Ich geh’ dann lieber Windsurfen oder sehe mir einfach die Sterne an.

Der nächste Teil des Interviews folgt in wenigen Tagen – am besten jetzt gleich den RSS-Newsfeed abonnieren!

Brandheisse News aus dem Big Apple – und mein erstes Buch

Samstag, Juni 26th, 2010

Heute gibt es wieder mal einen persönlichen Bericht: Während wir hier in New York am Schwitzen sind, scheint der Sommer in Europa noch nicht überall angekommen zu sein. Unser Kater Punky und ich besetzen abwechselnd die Sofafront vor der Klimaanlage, um ein bisschen zu verschnaufen.

Bald wird es Zeit, dem Grossstadtleben den Rücken zu kehren und die Häuserschluchten gegen Sandburgen einzutauschen – wir nehmen einen langen Roadtrip auf uns, um das vielversprechende Fleckchen Charleston in South Carolina zu erkunden.

Besuch in der Schweiz

Wenn dann der Herbst vor der Türe steht, werde ich auch der Schweiz wieder einen Besuch abstatten – die ersten zwei September Wochen gehören Familie und Freunden. Bis dahin steht aber noch eine Menge auf dem Programm, dazu gleich mehr…

Der Sommeranfang bringt auch eine herbe Enttäuschung für die Schweizer Fussballnati mit dem verlorenen Spiel gegen Chile – selbst ich als Sportmuffel habe vor dem TV mit einem Auge mitgefiebert und dabei noch mein Spanisch aufpolieren können, da ich hier keinen englischen Kanal gefunden habe.

Die Schweiz hat mehr als nur ein Spiel verloren

Ein wenig später habe ich auf Facebook verfolgt, wie eine Fanseite mit dem Namen “Ich hasse Schiedsrichter Khalil Al Ghamdi (Schweiz vs. Chile)” an Popularität gewann – innert weniger Stunden hatte die Seite fast 50 000 Fans, Tendenz stark steigend und aktuell mehr als 75 ooo Fans! Ich kann die Enttäuschung ob des verlorenen Spiels verstehen, die Kommentare der “Fans” sind jedoch teils massiv unter der Gürtellinie.

Facebook Power – wie man die Macht der sozialen Netzwerke nutzen kann

Dieses Beispiel zeigt aber klar, dass soziale Netzwerke wie Facebook und Konsorten längst Ihren Kinderschuhen entwachsen sind. Ich beschäftige mich schon eine Weile intensiv mit den Möglichkeiten dieser Online Plattformen, in der Zwischenzeit ist die Beratung von Unternehmen in diesem Umfeld zu meiner Hauptarbeit geworden.

Yeah, ich schreibe mein erstes Buch!

Vor kurzem habe ich deshalb mit dem Data Becker Verlag einen Vertrag über ein Buch zum Thema Social Media Marketing abgeschlossen. Das ist natürlich viel Arbeit, macht aber auch viel Spass – und glücklicherweise habe ich wertvolle Unterstützung gefunden, die mir beim Tagesgeschäft tatkräftig unter die Arme greift.

Aber keine Angst, hier im Blog gibt es deshalb keine Sommerpause – die nächsten Artikel warten schon in den Startlöchern!

Interview mit Volker Weiss: „Ich lebe im Paradies auf Erden, auch als Maui bekannt.“ (Teil 1)

Montag, Juni 21st, 2010

Reto Stuber interviewt Persönlichkeiten aus Deutschland, die den Weg nach Amerika gemacht haben.

Heute im Interview: Volker Weiss, Immobilienmakler auf Maui.

Volker Weiss

Ciao Volker, stell dich bitte kurz vor, wer du bist, was du machst, woher du kommst, wo du jetzt wohnst.

Aloha aus Maui, Hawaii. Ganz weit im Westen, aber noch immer USA. Mein Name ist Volker Weiss. Ich bin irgendwann mal in Hamburg geboren worden und habe in Norderstedt gewohnt. Die Freizeit in meiner Jugend habe ich mit viel Training und Leistungsschwimmen verbracht. Während meiner letzten Schuljahre lebte ich in einem Sportinternat für die Nationalmannschaft in Malente, Ost Holstein. Nach dem Abiturabschluss in Eutin habe ich bei der Bundeswehr im Raum Hamburg meine Pflicht getan.

Schon als junger Mensch wollte ich immer die ganze Welt erkunden. Englisch in der Schule war eine glatte 1, und mir war klar, dass ich einen Beruf brauchte, der viel mit Reisen zu tun hat. Das Atlantic Hotel Kempinski Hamburg ermöglichte mir eine Ausbildung zum Hotelfachmann. Die damalige Direktion unterstützte meine Idee, den gesammelten Urlaub als Trainee im Schwester-Hotel The Grand Kempinski Dallas in Texas zu verbringen.

Das Vorstudium zu den Wirtschaftswissenschaften in Hamburg hat mir danach aber gar nicht zugesagt. Ein paar Jahre bei der Lufthansa in Hamburg und Berlin mit vielen Reisen nach Afrika und auf die warmen Inseln Süd Europas haben mir dann so richtig die Augen geöffnet.

Heute arbeite ich als Immobilien Makler auf dem schönsten Fleckchen Erde, wenn man sich das bildlich vor Augen führt. Die Insel Maui ist die schönste Insel auf Hawaii und seit mehr als 15 Jahren bei verschiedenen Publikationen offiziell dazu gewählt worden. Wer wie ich von Meer, Sonne und Natur nicht genug haben kann, der ist hier richtig aufgehoben. Mein Beruf hat sich dabei eigentlich nur so ergeben. Ich wollte Maui einfach nicht mehr verlassen, und hatte mir vorgenommen, mehr über den Kauf eines Hauses in den USA zu verstehen.

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Volker Weiss ist nicht gerade eine gängige Verbindung von Buchstaben in der englischen Sprache. Meine Initialen sind ganz einfach VW. Und VW ist im amerikanischen Volksmund primär mit der gleichnamigen Automarke assoziiert – und auf Maui nun auch mit meinem Namen. Der Erfolg als Immobilien Händler hat sicherlich zum Teil auch mit meinem ungewöhnlichen Marketing Konzept zu tun. Ich fahre hier einen VW, Kennzeichen VWMAUI und die meisten Kunden und Kollegen kennen mich als VWonMaui. Keep it simple!

Wie der Entschluss in Dir gereift, in die USA zu gehen, und warum gerade nach Maui?

Die Carl Duisberg Gesellschaft hatte in den 80er und 90er Jahren ein Austauschprogramm für ausgebildete jungen Menschen. Über ein recht schwieriges Auswahlverfahren konnte man ein zeitlich begrenztes Arbeitsvisum für verschiedene Länder bekommen, den Arbeitsplatz musste man sich selbst organisieren.

Meine Tante und mein Onkel leben mit meiner Cousine nun schon etwa 50 Jahre in Chicago. Unsere Eltern haben meinen Bruder und mich als Kinder ein paar Mal zu Besuch mitgenommen. Die USA waren für mich einfach cool und gefühlsmäßig gar nicht so weit von zu Hause.

Fassungslos und überglücklich habe ich das Auswahlverfahren für mein Arbeitsvisum bei der Carl Duisberg Gesellschaft erfolgreich bestanden. Nach knapp 100 schriftlichen Bewerbungen gab mir eine amerikanische Hotelkette eine Einstellungszusage für ein tolles Hotel in New York. Leider wurde das Hotel 3 Wochen vor dem Beginn meines Arbeitsvisums verkauft. Noch in Deutschland lernte ich so das „Hire and Fire“-Prinzip der Arbeitswelt in den USA kennen.

Genau zu dieser Zeit fand ich in der deutschen „Allgemeinen Hotel und Gaststätten Zeitung“ einen Artikel über einen erfolgreichen Hotelier aus Berchtesgarden in Bayern. Als General Manager war er gerade von Kalifornien nach Maui, Hawaii umgezogen und damit beschäftigt ein neues Hotel für Hyatt International zu eröffnen. Wow! Mit weniger als 3 Wochen Zeit entschloss ich mich kurzerhand, mal eben auf Maui anzurufen. Damals noch für etwa DM 8.00 per Stunde, aber das war mir egal.

Diesen Manager werde ich nie vergessen. Bis heute haben wir kein Wort auf Englisch gesprochen. Ihm war das strenge Auswahlverfahren der Carl Duisberg Gesellschaft bestens bekannt, und ich hatte meinen Arbeitsplatz innerhalb von Minuten gesichert. Ich entschloss mich, meinen Aufenthalt in New York auf 3 Tage zu begrenzen. Mit einem Lächeln denke ich an den Tag zurück, an dem ich mein Anschlussticket von New York nach Maui in einem Reisebüro im Herold Center in Norderstedt gekauft habe.

Bei meiner ersten Ankunft auf Maui habe ich geweint. Es war Oktober. Der General Manager hatte eine weiße Limousine organisiert und wir fuhren an Sandstränden und Palmen vorbei, begleitet von einem Bilderbuch-Sonnenuntergang. Der Eingang des Grand Wailea Resorts hat Wasserfälle und überall waren Fackeln. Die Restaurants haben keine Fenster, alle Gänge sind offen und überall riecht es nach Palmen, Meer, BBQ und frischen Früchten. Der Himmel auf Erden. Willkommen in meinem Zuhause.

Nach etwa 2 Jahren war der Spaß zu Ende und mein Visum abgelaufen. Ich hatte alles versucht, aber leider haben Arbeitsangebote nicht gereicht, um ein neues Visum für die USA zu bekommen. Für knapp 8 Jahre habe ich dann bei Hyatt International in verschiedenen Ländern und Stätten in Asien gearbeitet. Vom heutigen Standpunkt war das mit Sicherheit eine erfolgreiche und auch die beste Lehrzeit meines Lebens. Aber mein Herz und meine Seele waren für immer verdorben! Ich wollte einfach nur wieder zurück nach Maui.

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Nicht gerade auf eine einfache Art musste ich die tiefe Bedeutung des Wortes Geduld erlernen. Ganz zufällig begegnete ich eines Tages meiner Frau. Sie ist aus Südkalifornien und lebt seit über 25 Jahren auf Maui. Es war klar, dass sie die Insel nur zum Urlaub verlassen würde. Bingo! Genau das, was ich auch im Sinn hatte. Außer in Norderstedt habe ich nie so lange wie hier in einem Land an einem Platz gewohnt. Ich besitze Autos jetzt mehr als ein nur ein paar Jahre und habe eine Werkzeugkiste auf Rädern. Seid unserer Heirat bin ich nun also wirklich auf Maui zu Hause.

Der zweite Teil des Interviews folgt in wenigen Tagen – am besten jetzt gleich den RSS-Newsfeed abonnieren!

Autoklau auf der Raststätte

Freitag, Juni 18th, 2010

Der gemeine Durschnittsamerikaner verbringe rund fünfmal mehr Zeit im Auto als in den Ferien, habe ich kürzlich gelesen. Hinter dieser Aussage steckt mehr als ein Körnchen Wahrheit: Die Amis haben nur etwa 10 Tage bezahlte Ferien im Jahr – da kann man schnell länger im Auto als am Strand sitzen. Und da das öffentliche Verkehrsnetz hier nur eine eingeschränkte Reichweite hat kann es nicht mit dem Auto konkurrieren. Kein Wunder, dass der Mensch den Weg des geringsten Widerstandes geht – ein Teufelskreis, der munter CO2 in die Atmosphäre pumpt …

Szenenwechsel. Auch für uns war letztes Wochenende wieder mal eine längere Autofahrt angesagt. Auf den Strassen wird natürlich auch für das leibliche Wohl gesorgt, und wir machten Halt an einer Raststätte. Den frittierten Versuchungen konnten wir (dieses Mal) noch knapp widerstehen und entschieden uns für eine Handvoll „Studentenfutter“.

Nachdem die Batterien wieder aufgeladen waren, wollten wir weiterdüsen – doch unser Auto war weit und breit nicht mehr zu sehen! Mein Herzschlag beschleunigte sich kurzerhand, was aber nicht am Koffein des Coca Colas lag: meine Freundin sagte mir, Sie hätte dummerweise Ihre Schlüssel im Auto liegen gelassen …

„Wer klaut schon ein Auto auf einer Raststätte?“, fragte ich mich. „Ähm, das ist Amerika, lieber Reto!“, kam mir die Antwort prompt in den Sinn. Ich lief den Parkplatz auf und ab, als mich meine bessere Hälfte auf den Boden der Tatsachen zurückholte. „Darling, ich glaube wir sind auf der falschen Seite der Raststätte“. Das Empire State Building plumpste von meinem Herzen, als unser Vehikel tatsächlich unversehrt auf der anderen Seite des Gebäudes stand.

Fifty People One Question – das Filmteam zu Besuch in Manhattan und Brooklyn

Montag, Juni 14th, 2010

Seit 2008 gibt es das Projekt “Fifty People One Question” im Netz. Die Idee dahinter ist simpel: An einem beliebigen Ort wird fünfzig Passanten jeweils die selbe Frage gestellt. Dabei reicht das Spektrum an Fragen von “Wo würdest du morgen früh gerne aufwachen?” über “Was wünscht du dir für das Ende des heutigen Tages?” bis hin zu ”Was hast du dir dieses Jahr vorgenommen?”. Statt sachlicher, kurzer Resonanz fällt die Antwort auf die Frage nicht selten poetisch aus oder geht gar in der Offenbarung von Geheimnissen und Träumereien auf.

Das Projekt reiste seit der ersten Episode in 2008 aus New Orleans rund um den Globus und erreichte dabei Millionen von Zuschauern. Dabei machte man auch Halt in Manhattan und Brooklyn, den Orten wo ich seit gut einem Jahr zu Hause bin. Schon da kann man die Unterschiede dieser zwei Bezirke New Yorks gut erkennen.

Adieu Heimat – Schweizer wandern aus – jetzt bewerben!

Mittwoch, Juni 9th, 2010

Auswandern – Für manche der Inbegriff von Freiheit, für andere ein Lebenstraum und für wieder andere der reinste Alptraum. Was sich viele als Ziel „für später“ stecken, ziehen die wenigsten tatsächlich durch – zu vieles gibt es doch zu verlieren: Familie, Freunde, Haus & Garten und nicht zuletzt die berufliche Karriere.

Doch trotzdem wagten bis zum Jahr 2008 rund 676.200 Schweizer das Experiment Auswandern!

Dabei machten über 60% nur einen Katzensprung und starteten ein neues Leben in Europa. Rund ein Viertel ließ sich von der Faszination Amerika treiben und machte sich auf den Weg in Richtung der Neuen Welt, wohingegen nur wenige den Weg nach Afrika, Asien oder Australien fanden.

Im neuen Doku-Format „Adieu Heimat – Schweizer wandern aus“ zeigt der TV-Sender 3+ bald die Euphorie, die Begeisterung und auch die Hindernisse, die mit dem Schritt Auswandern zusammenhängen. Dabei wird die Geschichte von Schweizer Auswanderern in einer unterhaltsamen Art und Weise auf die Mattscheibe gebracht. Außerdem wird ermittelt, was der Antrieb zum Auswandern war und ist: Die Liebe zur Ferne, die Karriere oder einfach der Wunsch auszusteigen.

Schweizer, die den Sprung in eine neue Heimat bereits hinter sich haben oder eben dies gerade noch vor sich haben, können sich nun online unter www.3plus.tv/adieuheimat für das Doku-Format bewerben.

koffer

Foto von stacy michelle auf Flickr.com.

Top Links für Auswanderer aus der Schweiz (und solche die es werden wollen)

Samstag, Juni 5th, 2010

Dass eine Auswanderung nicht von heute auf morgen geht ist klar. Bei mir war es nicht überstürzt, aber es ging doch sehr schnell – vom definitiven Entscheid bis zum ByeBye etwa 12 Wochen. Das das Thema aber schon lange latent in meinem Hinterkopf hing, spiegelte sich das dementsprechend auch in meiner Interessenlage wider und ich war gut vorbereitet. Sehr empfehlenswert als Einstieg ist das Beobachter Buch “Ab ins Ausland“.

Hier ist eine Liste mit den wichtigsten Links – diese erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern stellt eine persönliche Sicht dar, die mir geholfen hat. Außerdem gibt es auf der Seite von “The American Dream” jede Menge Infos zu finden.

Administratives, Finanzen, Versicherungen, Emigration etc.

Checklisten

Foren und Informationsplattformen für Auslandschweizer

Informationen für Amerika-Auswanderer

Varia

Weitere Links oder Feedback gerne in den Kommentaren.

Interview mit Veronika Fritz: „Das Leben ist anders, als Hollywood uns vorgaukelt!“

Dienstag, Juni 1st, 2010

Reto Stuber interviewt Persönlichkeiten aus Deutschland, die den Weg nach Amerika gemacht haben.

Heute im Interview: Veronika Fritz.

Veronika06

Hi Veronika, stelle Dich am besten zunächst kurz vor.

Hallo, mein Name ist Veronika und ich lebe seit 9 Jahren in Chicago. Geboren und aufgewachsen bin ich in Deutschland. Studiert habe ich in den USA. Danach habe ich als Wirtschaftsprüferin und Revisorin gearbeitet, bevor ich mich 2006 selbstständig gemacht habe. Derzeit bin ich Partnerin in einem Unternehmen, dass auf internationaler Ebene Unternehmen in der Revision betreut.

Wie ist in Dir der Entschluss gereift, in die USA zu gehen? Was waren die Gründe, was der Auslöser?

Uns Deutschen wird ja immer suggeriert, dass Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist. Schon als Kind war ich von amerikanischen Filmen und Fernsehserien fasziniert. Mit 16 wollte ich dann unbedingt nach Amerika und auf eine typische Highschool gehen.

Veronika04

Meine Eltern haben mir dann ein Highschool Exchange Year ermöglicht. Ich kam in Amerika mit meinen typischen Klischeevorstellungen an und staunte nicht schlecht, als ich zu einer Farmersfamilie in Arkansas kam. Landleben pur und weit weg von dem, was Hollywood mir vorgegaukelt hatte. Meine Gastfamilie war klasse und hat mir dann auch geholfen, um nach dem Abitur in den USA studieren zu können.

Wie reagierte Dein Umfeld in Deutschland auf die Idee, dass Du in den USA bleiben wolltest?

Meine Eltern haben mich sehr unterstützt. Natürlich war meine Familie genauso wie meine Freunde traurig, dass ich so weit wegziehe, aber irgendwie wussten sie auch, dass es das Beste für mich war.  Jetzt haben wir die Gelegenheit, uns gegenseitig zu besuchen.

Veronika05

Hast Du jetzt noch Verbindungen in Deine alte Heimat? Bist Du vielleicht sogar noch öfter dort?

Allein schon mein Job führt mich ungefähr 3 bis 5 Mal im Jahr nach Deutschland. Aber auch die Tatsache, dass meine Familie und Freunde von früher noch in Europa leben, lässt mich oft dorthin reisen.

Wie war für Dich die erste Zeit in den USA? Wo waren Probleme? Was lief gut?

Soweit ich mich erinnern kann, gab es keine richtigen Probleme. Anfangs war es schwer, nur auf Englisch zu sprechen. Doch mit der Not kam Rat, und ich musste es halt schneller lernen, was mir sehr zugutekam. Ich hatte das Glück viele nette Menschen kennenzulernen, was mir die Eingliederung in meine „Wahlheimat“ erleichtert hat. Offenheit und Optimismus kamen mir immer sehr zugute.

Hast Du eine Greencard oder bist Du schon amerikanische Staatsbürgerin?

Ich habe eine Greencard.

Was hat Dir besonders geholfen, Dich einzuleben?

Mein Optimismus und meine Offenheit. Ich lerne gerne neue Menschen kennen und interessiere mich für vielfältige Dinge. Ich glaube, dass ich dadurch immer wieder andere Leute kennengelernt habe, die mir wiederum geholfen haben mich wohl zu fühlen.

Veronika02

Wie würdest Du im Rückblick Deine Entscheidung bewerten?

Ich bin sehr froh, dass ich mich so früh dafür entschieden habe, ins Ausland zu gehen. Es war auf jeden Fall ein Vorteil für meine Karriere sowie die Entwicklung meines internationalen Denkens und kulturellen Interesses  Ich habe so viele interessante Menschen auf meinem Lebensweg kennengelernt,die eine Bereicherung für mein Leben sind.

Was sind Deine Pläne für 2010?

Beruflich habe ich jede Menge Pläne, die sich hoffentlich verwirklichen lassen, sobald sich die wirtschaftliche Lage entspannt.   Privat geniesse ich meine Hobbies wie Tanzkurse, Fotografieren, Formel 1 Rennen und Zeit mit meinem Hund. Durch meinen Wohnsitz in Chicago habe ich zudem mehr Möglichkeiten, als ich je nutzen könnte, um die tollen Restaurants mit Freunden sowie Kunden unserer Firma zu genießen. Im Sommer bietet Chicago sehr viel an kulturellen, sportlichen und sozialen Aktivitäten, die ich gerne auskoste.

Veronika01

Veronika, vielen Dank für das Interview!