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Archive for Mai, 2010

Am meisten Kalorieren fürs Geld – The winner is…

Donnerstag, Mai 27th, 2010

… die Pizza Hut Meat Lover’s Personal Pan Pizza, $4.09 für 890 Kalorien.

Die Rezession schlägt zu, auch wenn wir das nur ungern wahrhaben wollen.
Wo es somit am meisten Kalorien fürs Geld gibt hat „The big money“ zusammen gestellt. Freaky.

Fallen lassen, Auffangen – das gilt leider nicht für alle

Freitag, Mai 21st, 2010

Ich war unterwegs zur A.I.R. Gallery, mit Zeitdruck im Nacken um pünktlich meine Liebste zu treffen. Die Gallery liegt direkt am Fusse zwischen Manhattan und Brooklyn Bridge im Dumbo District.


Ich zog auf dem Weg dahin den Bus der Subway vor, dafür verpasste ich die richtige Station zum Aussteigen und hatte dann an der Endstation einen entsprechenden Fussmarsch retour vor mir – welchen ich auch wacker in Angriff. Ich kämpfte mich durch die Menschenmassen über die Manhattan Brücke und pirschte vorwärts, die Front Street 111 war mein Ziel.

Dort wartete die A.I.R. Gallery auf mich und hatte verschiedenste Kunstwerke im Angebot, von Fotografien über abstrakte Bilder bis hin zu Installationen und Comics.


Hunderte meist junger Leute hatten den Weg dahin vor mir gefunden und drängelten sich in den Räumen, es war warm, laut und “uplifting”. Ich tourte durch die verschiedenen Stile und fand, dass Kunst etwas Schönes ist.

Nach diesem Intermezzo machten wir uns auf den Weg zum Auto. Auf dem Weg dahin krächzte eine Stimme liebenswürdig hinter uns, “Nice dress, lady” (dies galt offensichtlich nicht mir, ich konnte aber zustimmen) – was mein Liebste mit einem Blick zurück und einem “Thank you” quittierte.

Ein paar Schritte weiter wartete schon der schmierige Dealer auf die Stimme, um den nächsten Express ins Reich der trostlosen Träume abzudrücken. Mel brachte es auf den Punkt. “Heroine is such a bitch, man.”

Die Swisscom in der New Yorker Subway

Samstag, Mai 15th, 2010

Heute Morgen auf dem Weg von Brooklyn nach Manhattan war ich gerade in die Lektüre von Travel+Leisure vertieft und hob kurz meinen Kopf um einen Blick auf den Financial District zu erhaschen – und blieb aber anderweitig hängen: der Typ gegenüber trug ein Swisscom T-Shirt!

Als langjähriger Swisscom Mitarbeiter fühle ich mich “meinem” Unternehmen und seinen Mitarbeitern, meinen lieben Ex-Kollegen, immer noch stark verbunden.

Ich wusste, dass es in New York eine Handvoll Leute von Swisscom Hospitality Services gibt, die vor allem für Events die Kommunikations-Infrastruktur sicherstellen. Eine weitere grössere Abteilung ist in Dulles, Washington, zu finden. Aber in 8 Millionen Einwohnern ausgerechnet auf diese Nadel im Heuhaufen zu treffen… Ich knipste als erstes mal ein Foto zum Beweis, und setzte dann meine Spürnase in Gang, um mehr herauszufinden.

Pierre lachte. Nein, er sei nicht von Swisscom. Er habe aber mit den Jungs von der oben genannten Abteilung kürzlich zusammen gearbeitet, und die hätten ihm das Shirt in die Finger gedrückt. Aha!

Anstatt das Wochenende zu genießen musste Pierre aber raus, zu einem Kunden, dessen Server reparieren. Ich wünschte viel Glück, und hätte ob des netten Gesprächs bald noch meinen Halt an der 34. Strasse verpasst. Einmal mehr eine gelungene Überraschung, liebe Swisscom ;-) .

Interview mit Dagmar Finch: „Als ich bis zum Hals in Hühnerfett stand, kam mir meine Geschäftsidee!“ (Teil 3)

Samstag, Mai 8th, 2010

Reto Stuber interviewt Persönlichkeiten aus Deutschland, die den Weg nach Amerika gemacht haben.

Heute im Interview: Dagmar Finch, Inhaberin von „Peoplefood for dogs“ – hier die Links zu Teil 1 und Teil 2 des Interviews.

Und was war mit Dir, wie hast Du Dich finanziert? War es schwer, Arbeit zu finden?

Ich wusste gar nicht, wo die nächste Stadt war. So fuhr ich in unserer kleinen Stadt von Geschäft zu Geschäft, um eine Arbeit zu finden. Ein Altersheim brauchte eine Hausangestellte, und so fand ich Arbeit. Während ich dort arbeitete, stellte ich fest, dass ich mich gut mit alten Leuten verstehe. Also habe ich mich für eine Zusatzausbildung an einer Abendschule angemeldet. Nach ein paar Monaten habe ich mich dann noch bei einer Krankenschwesterschule angemeldet.

Konntest Du Dich auch privat schnell einleben?

Ja, ich bin eine offene Person, es fällt mir leicht, neue Bekannte zu machen.

Hast Du dort dann alleine gewohnt?

Als es Sommer wurde, war die Schule in New Jersey aus, und meine Nichte kam zu Besuch. „To make a long story short“, dann blieb Sie einfach da, für ein ganzes Jahr hatte ich Sie nur für mich.

Nach ein paar Jahren habe ich dann meinen Partner Kevin kennengelernt. Er hatte drei Töchter, 7, 14 und 15 Jahre alt.

Das hört sich doch sehr schön an! Hast du eigentlich in Virginia Kontakt zu anderen Leuten aus Deutschland gefunden?

Ich habe nur zwei oder drei kennengelernt. Im Internet habe ich von der Plattform www.meetup.com gehört, und das recherchiert. Die nächste Meet-up Group ist fast in Washington, das ist mir zu weit weg. Die treffen sich abends nach der Arbeit, und dann käme ich viel zu spät nach Hause.

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Und wie kam es, dass du mittlerweile so viele Hunde zu Hause hast?

Während die Kids aufwuchsen, fingen wir an, Hunde zu uns zu nehmen. Das städtische Hundeheim schläfert die Hunde nach sieben Tagen ein, wenn sie niemand abholt. Unser Tierschutzverein wurde damals gerade gegründet, ich war beim ersten Meeting mit dabei und bin immer noch Mitglied.

Und plötzlich merkte ich, dass ich mit elf Hunden spazieren gehe! Zwölf Jahre und über 300 Hunde später haben wir 17 ältere Hunde bei uns, die sonst kein Zuhause gefunden haben. Mein ältester Hund ist 20 Jahre alt und es geht ihr ganz gut.

… und dadurch bist du auf die Idee mit dem Geschäft gekommen. War es eigentlich schwer, dieses zu aufzubauen?

Durch meine Arbeit mit dem Tierschutzverein und als Heim-Krankenschwester kennen mich viele Leute. Von Beginn weg haben mich total fremde Leute ermutigt, eine Fernsehstation hat sogar einen Beitrag über mich in den Nachrichten gebracht. Danach haben mir Leute im Supermarkt viel Glück gewünscht. Wildfremde Menschen sprechen mich auf der Straße an und fragen: “Bist Du nicht die Frau die Hundefutter macht? Ja? Ich wünsche Dir alles Gute, das ist eine gute Idee und wird’s schon werden.”

Das wünsche ich dir natürlich auch! Vielen Dank für dieses interessante Gespräch und alles Gute!

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Interview mit Dagmar Finch: „Als ich bis zum Hals in Hühnerfett stand, kam mir meine Geschäftsidee!“ (Teil 2)

Mittwoch, Mai 5th, 2010

Reto Stuber interviewt Persönlichkeiten aus Deutschland, die den Weg nach Amerika gemacht haben.

Heute im Interview: Dagmar Finch, Inhaberin von „Peoplefood for dogs“. Den ersten Teil des Interviews gibt es hier.

Durch die Geburt Deiner Nichte bist Du nach New Jersey gekommen, jetzt hast Du, angeregt durch Deine eigenen Hunde, ein Geschäft für Hundefutter in Virginia. Wieso bist Du überhaupt von New Jersey weggezogen?

Eines Tages wurde mein Schwager eingeladen, für eine Woche nach Virginia jagen zu gehen. Als er zurückkam, konnte er über nichts anderes reden. Also wollten meine Schwester und er für eine Woche dorthin in den Urlaub fahren. Nach zwei Wochen kamen sie zurück – und hatten ein Haus gekauft.

Sie hatten ein Haus gekauft? Waren Sie denn nicht in New Jersey verankert?

Genau. Sie hatten ein Kind in der Schule, mein Schwager hatte ein gutes Geschäft, meine Schwester hatte einen sehr guten Job, das ging dann nicht von heute auf morgen mit dem Umzug. Ich hatte nur zwei Hunde und sonst nichts. So habe ich das neue Haus gemietet. Ich habe meinen alten Omnibus vollgepackt, mit zwei Hunden, fünf Hermit-Krabben, ein paar Pflanzen, die Mikrowelle aufs Dach gebunden und losgefahren. Ich hatte genaue Anweisungen, wo ich das Haus finden würde. Wir sind gut angekommen, und das große Lernen begann.

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Das große Lernen?

Ja. Die Hunde hatten zum Beispiel noch nie in ihrem Leben eine Kuh gesehen. Jetzt gehörten Kühe zu unseren Nachbarn, denn da war kein Haus weit und breit. Die einen „Nachbarn“ waren 1 km, die anderen 5 km entfernt!

Und wie sind sie damit klargekommen?

Es war spät, als wir ankamen, und wir hatten nicht viel Zeit, um uns umzusehen. Am nächsten Tag sind wir spazieren gegangen. Da war diese Wiese und wir sind den Hügel runter gelaufen. Am Ende war ein Zaun, überwachsen mit Büschen und so weiter. Meine kleine Taffy hatte immer ihre Nase vor allen anderen. Auf einmal fing sie an zu bellen, nach dem Motto: “Da hat sich was bewegt, seht ihr das! Komm her, da hat sich was bewegt!”

Sie rannte ein bisschen, aber immer mit dem Kopf über der Schulter, um zu sehen ob Buddy kommt, um sie zu beschützen. Mein Buddy war ein Boxer-Shepherd Mischling und Taffys Beschützer. Als sie beide an dem Zaun ankamen, stand da ein großer schwarzer Berg von einem Bullen. Die Zwei haben sich so erschreckt, dass sie binnen weniger Sekunden winselnd um meine Füße strichen.

Der letzte Teil des Interviews wird in den nächsten Tagen veröffentlicht, am besten den RSS-Feed abonnieren und nichts mehr verpassen!

Interview mit Dagmar Finch: „Als ich bis zum Hals in Hühnerfett stand, kam mir meine Geschäftsidee!“ (Teil 1)

Sonntag, Mai 2nd, 2010

Reto Stuber interviewt Persönlichkeiten aus Deutschland, die den Weg nach Amerika gemacht haben.

Heute im Interview: Dagmar Finch, Inhaberin von „Peoplefood for dogs“.

Dagmar

Hi Dagmar, stell Dich am besten zunächst kurz vor.
Ich heiße Dagmar Finch, bin 51 Jahre alt, komme aus Frankfurt am Main und wohne nun in Bedford (Virginia). In Deutschland war ich Sekretärin, hier mache ich „Peoplefood for Dogs“ – Hundefutter!

Wie ist es dazu gekommen, dass Du in die USA ausgereist bist?
Meine Schwester hat einen amerikanischen GI geheiratet. Nach einem Jahr sind die Zwei nach New Jersey gezogen, und haben ein paar Jahre später eine kleine Tochter gehabt, meine Nichte. Natürlich sind wir zur Taufe hergekommen. Die Kleine war so süß, und die nächsten paar Jahre bin ich also immer hin und her geflogen. Dann habe ich gemerkt, dass ich trotzdem zu viel verpasse – und bin deshalb hier geblieben.

Und wann war das, als Du ausgewandert bist? Wie hat Dein Umfeld in Deutschland darauf reagiert?
Das ist jetzt 25 Jahre her. Meine Mutter war natürlich traurig, aber meine Freunde konnten das schon verstehen, warum ich umziehen wollte. Mir fehlten die finanziellen Mittel, um dann immer wieder zurück nach Deutschland auf Besuch zu fliegen, aber ich telefoniere mit meiner Mutter und Freunden.

Was hat Dir in Deutschland weniger gefallen, was Du in den USA besser findest?

Wenn ich eine Idee habe, will ich das auch gleich anpacken und umsetzen – in Deutschland gibt es so viele Gesetze und Regelungen zu beachten, da wird die Innovationsfreude gleich im Keim erstickt – die machen es einem viel schwerer, als es sein müsste. Hier kann ich einfach loslegen, ich habe mein Geschäft mit 300 Dollar in meiner eigenen Küche angefangen. In Deutschland wäre das nicht möglich gewesen.

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Du hast vorhin erzählt, dass Du Hundefutter machst. Wie bist Du dazu gekommen, ausgerechnet ein Geschäft für Hundefutter zu eröffnen?
Wenn ein Hund krank ist, sagte der Tierarzt immer als Erstes: “Füttere Hühnchen und Reis, bis es besser ist.” Mit drei Kindern, jede Menge Hunde und Katzen im Haus, Arbeit etc. war es oft nicht so einfach, auch noch das Kochen für die Hunde zu bewerkstelligen. Eines Abends war ich bis zum Hals in Hühnerfett und hatte eine Idee: Wenn es mir so schwerfällt, alles unter einen Hut zu bringen, dann gibt es sicher auch noch andere Leute, denen es genauso geht. Am nächsten Tag habe ich herausgefunden, wie ich anpacken muss – und „Peoplefood for Dogs“ war auf dem Weg. Das ist jetzt sechs Jahre her, und dieses Jahr sieht es aus, als ob ich endlich damit Geld verdienen kann.

Der zweite Teil des Interviews wird in den nächsten Tagen veröffentlicht, am besten den RSS-Feed abonnieren und nichts mehr verpassen!