Interview mit Katja Schröder: “Nachdem ich in China war, kam mir New York nicht mehr ganz so schnell vor.”
Reto Stuber interviewt Persönlichkeiten aus Deutschland, die den Weg nach Amerika gemacht haben.
Heute im Interview: Katja Schröder, Inhaberin der Agentur Expedition PR.
Stell Dich am besten zunächst kurz vor, wer Du bist, was Du machst, woher Du kommst, wo Du jetzt wohnst, eventuell wie alt Du bist.
Ich heiße Katja Schröder und bin 1998 von Berlin nach New York gezogen. Ich arbeite als Public Relations (PR) Beraterin. Vor kurzem habe ich den Sprung in die Selbstständigkeit gemacht und meine eigene PR Agentur Expedition PR gegründet. Meine Expertise ist internationale PR für High Tech Unternehmen, mit einem Fokus auf Green IT/Sustainability. Ich wohne mit meinem Mann und meiner 3-jährigen Tochter in Brooklyn, einen Katzensprung von Manhattan entfernt.

Katja Schröder
Wie ist in Dir der Entschluss gereift, in die USA zu gehen? Was waren die Gründe, was der Auslöser?
1995 bin ich zum ersten Mal für eine Woche nach New York gekommen. Ich hatte genau eine Woche Urlaub zwischen dem Abschluss meines Kommunikation Studiums in Paris und dem weiter studieren in Berlin. Die Energie der Stadt hat mich sofort begeistert. In einer Woche habe ich so viel Neues gesehen, wie ich damals in einem ganzen Jahr in Deutschland nicht erleben konnte.
New York ist einfach viel internationaler. Da New York ein Zentrum für internationale Medien und PR-Arbeit ist, fasste ich damals den Entschluss hierhin zu ziehen. Ich habe den Entschluss nie bereut. Ich war zwischendurch zwei Jahre in China, danach kam mir New York nicht mehr ganz so schnell vor, aber ich mag es nach wir vor.

Katja Schröder's Familie
Hattest Du vorher schon Erfahrungen mit den USA sammeln können?
Nein, nicht vor meinem ersten Besuch. Nachdem ich Feuer gefangen hatte, absolvierte ich 1997 ein Praktikum beim German Information Center in New York. Das war kurz vor meinem Magisterabschluss an der FU Berlin. Es war ein tolles Praktikum und hat mich in meinem Entschluss bestätigt.
Wie reagierte Dein Umfeld in Deutschland auf diese Idee?
Meine Familie war erst nicht begeistert, dass ich so weit weg zog, aber sie haben mich alle unterstützt. Wir telefonieren und besuchen uns regelmäßig. Wir haben seit letztem Jahr jedes Wochenende Familienkonferenz auf Skype. Meine Freunde waren in der Regel alle begeistert.
Hast Du jetzt noch Verbindungen in Deine alte Heimat, bist Du vielleicht sogar noch öfter dort?
Meine Familie, Verwandten und viele Freunde wohnen noch in Deutschland. Ich versuche mindestens 1-2 Mal im Jahr nach Deutschland zu fliegen. Das wurde umso wichtiger nach der Geburt unsere Tochter, damit sie Zeit mit meiner Familie verbringen kann und auch die Sprache lernt.

Katja Schröder mit Tochter in Coney Island
Was hat Dir geholfen, Dich in New York einzuleben?
Ich bin am Anfang stundenlang durch die Stadt gelaufen, um alle Viertel zu erkunden. Ich habe durch meine Arbeit und manchmal auch ein bisschen Glück, meinen Freundeskreis hier aufgebaut. Hilfreich waren auch die Veranstaltungen von deutsch-amerikanischen Einrichtungen wie z.B. der Handelskammer oder dem Konsulat. Ich gehe nach wie vor noch zu ihren Empfängen. Am Anfang war es mehr zum Leute kennenlernen, jetzt ist es mehr um auf dem Laufenden zur deutschen Politik und Kultur zu bleiben.
Dein Mann ist Amerikaner, wie habt Ihr euch kennen gelernt?
Wir haben uns im Sommer 2001 in New York durch gemeinsame Freunde kennen gelernt. Das war kurz vor meinem beruflichen Aufenthalt in China (Dezember 2001-2003). In 2005 haben wir uns dann wieder auf einer Abschiedsparty von einer gemeinsamen Freundin getroffen.

Die Familie am "Bear Mountain" im 2009
Hat das Erlangen der Greencard bei Euren Hochzeitsplänen eine Rolle gespielt?
Nein, die Hochtzeitspläne waren ganz unabhängig von der Greencard. Zum Zeitpunkt des Greencard-Interviews war schon unsere Tochter unterwegs. Rückblickend macht die Greencard das Leben in den USA schon einfacher, insbesondere bei der Einreise. Die Schlange ist kürzer.
Was hast Du für Deine Zukunft in 2010 geplant?
Beruflich bin ich dabei meine PR-Firma weiter aufzubauen. Privat suchen wir eine Schule für unsere Tochter. Sie kommt im nächsten Jahr in den Kindergarten, was in Deutschland die Vorschule ist. Da mein Mann chinesisch und ich deutsch spreche, würden wir unsere Tochter gerne mehrsprachig aufziehen – am liebsten in einer chinesisch-amerikanischen Schule. Das ist auch in einer Stadt mit tausend Möglichkeiten wie New York leider nicht so einfach.
Katja, vielen Dank für dieses Interview!
Tags: Interview
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Mein Name ist Reto Stuber, ich bin 1978 in der Schweiz geboren und lebe heute in New York. Ich hatte das große Glück, eine Greencard zu gewinnen und bin dadurch meinen "American Dream" auf die Spur gekommen. Mein Motto lautet: „Destiny is not a matter of chance, it is a thing to be achieved.“ –
„Das Schicksal ist nicht eine Sache des Zufalls, es ist eine Sache, die erreicht werden kann.“
William Jennings Bryan (1860-1925)
