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Archive for Dezember, 2009

Eine Botschaft an meine Leser – A message to my readers — Happy 2010!

Donnerstag, Dezember 31st, 2009

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„Es gibt keinen Weg – Wege entstehen beim Gehen.“ Antonio Machado

Lieber Leser

Adieu 2009 – willkommen 2010! Ein neues Jahr liegt unberührt vor uns. 365 Tage, die wir prägen werden mit unseren Gedanken, unseren Worten, unserem Tun. Heute vor 365 Tagen war ich irgendwo inmitten karibischer See, ahnungslos was das kommende Jahr für mich bereithalten würde.

Eine Woche später wurde mir klar, dass ich meine Komfortzone verlassen muss. „Auf nach Amerika!“, schrie es in meinem Herzen und übertönte damit alle Zweifel und Unsicherheiten. Mit zwei Koffern lief ich 12 Wochen später im Hafen von New York ein, fest entschlossen mich vom Leben treiben zu lassen. Der Big Apple hat mich unter seine Fittiche genommen, ich bleibe, lebe und lerne.

Das ganze Jahr über waren wir fleissig und haben uns nimmermüde allen anstehenden Aufgaben gewidmet. Ich wünsche Dir, dass Du mit offenem Herzen und wachen Augen durch das kommende Jahr gehen kannst. Es gibt vieles zu entdecken, wenn wir uns die Zeit dafür nehmen. Mein Vorsatz: Ich gönne mir im 2010 häufiger einen Moment der Gelassenheit, Zeit zum Innehalten und Verschnaufen.

Dir wünsche ich von Herzen alles Gute, viel Erfolg und freudiges Gelingen beim Leben!

Herzlich, Reto
http://www.Schreibenslust.com

“There is no path, paths are made by walking.” Antonio Machado

Dear reader

Goodbye 2009 and hello 2010! A brand new year lies ahead of us. 365 days which we will shape with our thoughts, our words and our actions. On this day 365 days ago, I was somewhere in the middle of the Caribbean Sea with no idea about what the coming year had in store for me.

One week later I realized that I had to leave my comfort zone. My heart was crying out, “Off to America!” and all my doubts and insecurities were drowned out. Twelve weeks later I arrived in New York Harbor with two suitcases, determined to let myself be carried along by the stream of life. The Big Apple has me under its spell. I’m staying, I’m living and I’m learning.

We were busy the entire year, tirelessly dedicating ourselves to the work at hand. My wish for you is that you can go into this coming New Year with an open heart and alert eyes. There is so much to discover, if we just take the time for it. My resolution: In 2010 I am going to allow myself more downtime – time to take a break and breathe.

From the bottom of my heart I wish you all the best, much prosperity and joyful success in living.

Best, Reto
http://www.retostuber.com

Interview mit Greencard Gewinner Andreas: „Wir mussten uns dagegen entscheiden…“

Sonntag, Dezember 27th, 2009

Vor ein paar Monaten kam ein kurzes „Hallo!“ über die Chatfunktion auf meinem Blog rein. Dahinter steckte Andreas aus der Nähe meiner Heimatstadt Bern in der Schweiz. Der Glückliche hatte gerade die Nachricht erhalten, dass er eine Greencard gewonnen hat und sich nun im Web informiert, was als Nächstes kommt.

Er hat mir ein paar Fragen dazu gestellt, und ich habe ihn gebeten mich auf dem Laufenden zu halten, wie es weiter geht. Nun ist die Katze aus dem Sack, weshalb ich ihn für ein Interview angefragt habe.

Andi

Reto: Andi, Du hast eine Greencard gewonnen – doch willst diese nun nicht nutzen. Was ist passiert?

Andreas: Nun, nachdem der erste Schock und die grenzenlose Freude über die gewonnene Greencard abgeflacht war, kamen die kritischen Gedanken. Was wollen wir denn dort? Wohin sollen wir ziehen? Wieder von Grund auf neu anfangen? Was passiert mit unseren Verwandten und Freunden? …

Reto: Habt ihr Euch darum entschieden, die Greencard nicht anzunehmen? Was ist Dir durch den Kopf gegangen, als der Traum vom Leben in den USA platzte?

Andreas: Die Steuerbelastung in den USA ist für mich als Teilhaber einer Firma sehr hoch. Das ist der eigentliche Hauptgrund, warum wir aktuell auf die Greencard verzichten müssen – wir haben noch knapp 1 Jahr Zeit zu entscheiden, ob wir sie trotzdem beanspruchen wollen.

Nach mehreren Gesprächen mit USA-CH Steuerexperten mussten wir aber erkennen, dass wir starke Mehrbelastungen für die Firma hätten. Die Führungsweise der Buchhaltung und des Reportings müssten auf amerikanische Standards angepasst werden (Sarbanes-Oxley Act). Dies wäre eine bedeutende finanzielle Mehrbelastung für mich und die Firma.

Es war eine sehr schwierige Entscheidung. Wir haben uns dafür Zeit gelassen und unsere Unterlagen auch zuerst nach Kentucky zur Prüfung gesandt und uns dann erst vor dem Interview auf der Botschaft definitiv dagegen entschieden.

Reto: Du hast Dich ernsthaft mit einem Leben außerhalb der Schweiz auseinandergesetzt, wie hat Dein Umfeld darauf reagiert?

Andreas: Meist mit Unverständnis. Es gab relativ wenig Personen in unserem Umfeld die gesagt haben: “Toll, wann zieht Ihr endlich weg?” War natürlich einerseits gut für uns, andererseits hat es uns in der Realisierung eines Traumes nicht wirklich unterstützt.

Reto: Wolltest Du schon immer in den USA leben und arbeiten, oder ist die Teilnahme an der Greencard Lotterie mehr aus einer Laune heraus entstanden?

Andreas: Es ist seit mindestens 25 Jahren mein Traum! Nachdem ich die ersten Male in die Vereinigten Staaten geflogen bin, war für mich die USA eine Art Heimat. Es ist schwierig zu beschreiben, jede Berichterstattung in den Medien über die USA erweckt eine Art Heimatgefühle. Ich glaube, die Leute die auswandern möchten, werden mich verstehen.

Reto: Was denkst Du ist anders beim Leben und Arbeiten in den USA, verglichen mit der Schweiz?

Andreas: Keine Ahnung! Nein Spass beiseite. Mir ist klar, dass ein Leben in den USA auch ein Neuanfang mit viel Schweiß und Tränen wäre. Ich lebe nicht in der Illusion, dass die USA auf uns gewartet haben.

Aber vielleicht ist es auch mein Schicksal, später in die USA auszuwandern? Um dort Fuß zu fassen, müsste ich sicherlich auch mehr Arbeiten als hier, zumindest am Anfang. Ich habe mich relativ ausgiebig mit diesem Thema Auswandern befasst und habe eine Vorstellung davon, wie man in den Vereinigten Staaten das Leben bestreiten muss und welche Auflagen zu erfüllen sind.

Reto: Macht ihr schon bald wieder Ferien in Amerika, vielleicht sogar mit einem Zwischenhalt in New York?

Andreas: Klar, die Flüge sind gebucht, leider etwas südlicher als New York. Wir fliegen nach Atlanta und machen von dort aus eine Rundreise. Aber verlass Dich drauf, ich freue mich Dich bei nächster Gelegenheit auf ein gemeinsames Bier irgendwo im Big Apple zu treffen!

Reto: Andreas, danke für dieses offene Interview – schätze ich sehr!

Interview mit www.SkateKid50.com – warum Logan quer durch die USA skatet, anstatt die Schulbank zu drücken

Dienstag, Dezember 22nd, 2009

Logan ist 11 Jahre alt und ein notorischer Schulschwänzer.

Und seine Eltern unterstützen ihn dabei nach besten Kräften! Und das kam so: Logan hat sich über eine Hausaufgabe geärgert, bei welcher er über North Dakota schreiben sollte. Was sollte er über einen Ort erzählen, den er noch gar nie gesehen hatte? Und er würde doch jetzt viel lieber mit seinem Skateboard rumtoben als über den Büchern zu brüten.

Logan und Matt Winkler

Lieber durch die USA skaten anstatt die Schulbank zu drücken

Dabei kam ihm eine Idee: Er würde doch viel mehr über North Dakota lernen, wenn er dort hinfahren könnte! Die meisten Eltern würden abwinken und dem Sprössling sagen, er solle sich jetzt auf seine Hausaufgaben fokussieren. Nicht so sein Vater Matt, und so schmiedete die Familie den Plan, die 6. Klasse „on the road“ zu verbringen und 50 Bundesstaaten zu bereisen. Logan soll dabei die Bundesstaaten handfest kennenlernen und seiner großen Leidenschaft, dem Skateboard fahren, nachgehen können. Mehr Details auch im Video bei CBS.

Logo

Die Reise begann am 1. September und wird im Mai 2010 in Washington enden. Wir wollten ein bisschen mehr von Logan wissen und haben ihn zu einem Interview eingeladen.

Logan im Interview: “Ich liebe einfach das Skateboarden.”

Logan, was war die merkwürdigste Erfahrung, die du bisher auf der Tour gemacht hast?

Wir gingen in den größten Indoor-Wasserpark in Amerika, aber der war gar nicht so groß! Ich war enttäuscht.

Du gehst ja dieses Jahr nicht regulär zur Schule, wer unterrichtet dich?

Mein Vater unterrichtet mich. Wir gehen oft in eine Bibliothek und ich leihe mir die Bücher aus, die in meiner Schule benutzt werden. Ich werde auch von der Online-Sprachschule unterstützt.

Wie viele Stunden pro Tag musst Du lernen, dass Du mit dem Unterrichtsstoff nicht deinen Mitschülern zu Hause hinter her hängst?

Ich lerne vier bis fünf Stunden pro Tag und verwende für Mathematik und Naturwissenschaften die gleichen Schulbücher wie meine Klassenkameraden, so halte ich mit. Die Online-Sprachschule dauert 36 Wochen, so muss ich nicht jeden Tag ein Modul lernen.

Für Physik lerne ich auch, was ich gut für das Skateboarden gebrauchen kann. Dann spiele ich noch Gitarre für Musik und zeichne für Kunst. Mein Vater zeigt mir auch viel in den Museen über die Geschichte und besorgt mir Materialen für den Kunstunterricht. Sport ist mein Lieblingsfach, es ist nicht wirklich Schule für mich.

Wie sind deine Noten, wer macht die Tests mit Dir?

Mein Vater macht die Tests, die Noten sie sind ziemlich anständig.

Wurdest du von anderen Kindern oder Eltern schon mal schief angeschaut oder beleidigt, weil sie nicht verstehen, dass du lieber Skateboard fährst, als richtig zur Schule zu gehen?

Nein. Ich skateboarde zwischen dem Unterricht und danach. Es ist einfach, Skateboard-Freunde in den besuchten Städten zu finden – alle Kinder in den Skatesparks sind sehr freundlich.

Ist es nicht langweilig, ständig in Museen zu gehen, anstatt sich mit Freunden zu treffen?

Nicht wirklich.

Bei der Tour lernst du sicher mehr über die USA und über dich selbst. Erzähl ein bisschen mehr über dich.

Ich liebe einfach das Skateboarden.

Logan in der Halfpipe

Als ich ein Kind war, war mein Idol Tony Hawk, ein Skateboarder unserer Bande. Wer ist dein Vorbild?

Rodney Mullen. Er ist Mitte vierzig und immer noch ein Profi-Skater-Champion.

Es macht die Runde, dass eine Skate-Kid-Welttournee geplant ist. Können sich unsere Leser darauf freuen, dich bald in Deutschland persönlich zu treffen?

Ich hoffe es! Dieses Vorhaben werden wir im Auge behalten.

Möchtest du sonst noch etwas sagen?

Ja, bitte schaut auf unseren Blog auf www.50skatekid.com und kauft T-Shirts oder Aufkleber, bitte! Vielen Dank.

Logan in Chicago

Und jetzt mal eine Frage an den Vater: Matt, hat diese Reise – oder vielleicht besser gesagt dieses Experiment – Auswirkungen auf Dein Bild der USA?

Danke für die Frage. Diese Reise ist sehr lehrreich für mich. Jeder Ort offenbart mir neue Erkenntnisse. Wir sehen bedeutende, historische Stätten, von denen ich noch nie gehört habe. In den besuchten Museen treffen wir auf Artefakte und Informationen, die ich vielleicht nie kennengelernt hätte. Dies öffnet mir die Augen!

Außerdem zeigt mir die Reise, das Amerika trotz unterschiedlichen Regionen eine Nation ist. Ich könnte Ihnen Fotos von Vororten, Stadtvierteln, Einkaufszentren und Fast-Food-Ketten, zeigen und es wäre unmöglich zu bestimmen, wo diese Fotos aufgenommen wurden. Die gleichen Szenen wiederholen sich in ganz Amerika. Trotz den landesweiten Gemeinsamkeiten hat jede Region spezielle Eigenschaften, aber diese sind für die durchreisenden Touristen oft nicht leicht zugänglich.

Trifft man in einer Stadt Menschen, so bleiben Erinnerungen an diesen Ort. Aber letztlich wurde mein Eindruck verstärkt, dass die besuchten Orte nicht sehr verschieden voneinander sind. Ich habe wirklich nicht erwartet, dass die USA überall so ähnlich sind!

Logan und Matt, vielen Dank für dieses aufschlussreiche Interview!

Logan, 11 Jähriger Skater

Razzia in Chinatown – doch ich habe meine Weihnachtsgeschenke ins Trockene gebracht

Mittwoch, Dezember 16th, 2009

Endlich habe ich mir die Zeit genommen, die Weihnachtsgeschenke zusammen zu kaufen. Nachdem ich mich mit meiner Steuerberaterin getroffen habe, meinte diese, dass mir eigentlich noch 300 Dollar Stimulus zustehen. Hinter diesem kryptischen Begriff versteckt sich ein Wirtschaftsankurbelungsprogramm des amerikanischen Staates, welches mir eben besagte Scheine ins Portemonnaie spült.

Razzia in Chinatown
Guter Dinge machte ich mich deshalb auf nach Chinatown, um auf dem chinesischen Basar zu feilschen und die Weihnachtsgeschenke zu besorgen. Doch ich staunte nicht schlecht, die halbe Straße hatte die Schotten dichtgemacht. Ich hörte den Polizisten zum Straßenhändler sagen: „Na, diese Aktion hat Euch ganz schön **** [hier das F-Wort einsetzen]!“

CanalStreet

Die Hintergründe: Letzte Woche hat die New Yorker Polizei über 30 Geschäfte in der Canal Street schließen lassen, die Plagiate von Designerartikeln verkauft haben und zu einem Fälscherring gehörten. Von der Chanel-Tasche bis zum tiffanyesken Schmuck wurde alles konfisziert.

Feilschen an der Canal Street – auch wer früher an der 5th Avenue eingekauft hat

Na Klasse! Wer denkt denn auch an die armen Modesüchtigen, die aufgrund der Wirtschaftskrise statt in der Fifth Avenue nun in der Canal Street einkaufen müssen? Diese billigen Kopien sind einer der Hauptgründe, warum wir jedes Jahr zur Weihnachtszeit in Schaaren gen Chinatown ziehen – neben dem Reiz des Feilschens. Statt 2.000 $ im Fachgeschäft kostet hier die Louis-Vuitton Reisetasche etwa 60 Dollares, in passabler Qualität.

Als vor vielen Jahrzenten die ersten chinesischen Einwanderer nach New York kamen, siedelten sie sich rund um die Canal Street an und eröffneten die ersten Geschäfte. Heute beherbergt Chinatown rund 300.000 Einwohner und ist ein Mekka für Touristen und Shopping Fans.

Das Feilschen um jeden Cent ist hier genauso selbstverständlich, wie auf einem Wochenmarkt in Shanghai. Das Urlaubsfeeling wird noch unterstützt durch die exotischen chinesischen Schriftzüge der Geschäfte, gerade wenn Chinatown abends im Neonlicht erstrahlt.

People

Zwischen Ramsch und Schnäppchen – so schnell wird sich da nichts ändern

Aber ob man nun auf der Suche nach nachgemachten Designerartikeln ist oder nicht, Chinatown ist immer einen Besuch wert. Neben Restaurants und Lebensmittelgeschäften bietet das Viertel viele anderen Möglichkeiten zum Shoppen. Ob Schmuck, Kleidung, Elektroartikel, Kitsch oder Antiquitäten, das Angebot ist vielfältig. Wer sich traut, nimmt auch schon mal eines der vielen chinesischen Heilmittelchen mit nach Hause.

Dass die Behörden den Handel mit Fälschungen in Chinatown dank dieser Aktion in den Griff bekommen, ist nicht anzunehmen. Schon in der Vergangenheit sorgte das Auftauchen der Polizei häufig dafür, dass Geschäfte ihre Rollläden runterließen sowie fliegende Händler ihre Koffer schnappten und sich aus dem Staub machten.

Nachdem ich alle Geschenke verhandelt hatte, wollte ich mir selbst noch etwas kaufen. Ein paar aktuelle DVDs sollten es sein, da ich die letzten Wochen stark engagiert war und es schlichtweg nicht um den Block herum ins nächste Kino geschafft hatte. Der Verkäufer wollte den Deal aber nicht auf offener Straße abhandeln, und wir haben uns um die nächste Häuserecke verdrückt – 20 Dollar leichter und sechs Filme reicher machte ich mich aus dem Staub.

Bank

Where’s George? Eine Dollarnote macht sich auf den Weg durch Amerika.

Montag, Dezember 14th, 2009

Sachen gibt´s! Wie diesen 1 Dollar Schein, den ich kürzlich irgendwo aufgelesen habe. Als ich den genauer unter die Lupe nahm, habe ich gestutzt: Jemand hat die Webseitenadresse www.wheresgeorge.com aufgedruckt, auf der man den Weg dieser Note nachverfolgen kann.

The bill
Track it

Mein Schein hat es nur von Brooklyn nach Manhattan geschafft:

Travelling bill

Doch andere Dollarnoten reisen quer durch die USA, wie diese hier:

A long way

Seit beinahe 11 Jahren betreibt Hank Eskin aus Massachusetts die Webseite http://www.wheresgeorge.com. Mitmachen kann dabei

a)  jeder der eine gekennzeichnete Dollarnote findet oder

b) jeder der selber neue Noten in Umlauf bringt.

Dazu braucht es nur einen Stempel, der den Link der Webseite trägt – und los geht es! Hunderttausende Scheine sind bereits registriert, und täglich kommen neue dazu. Einige Fans haben selbst Zehntausende Scheine registriert.

Das ist natürlich nur ein Tropfen aus dem Ozean der Milliarden Scheine, die im Umlauf sind. Einen größeren Sinn dahinter gibt es nicht, warum auch? Ein bisschen Spass darf sein – wer schenkt mir nun einen „Where ‘s George“ Stempel zu Weihnachten?!

Greencard, Steuern, Bankkonto, Telefon – was es braucht zum Start

Freitag, Dezember 11th, 2009

Einige Wochen nach dem Erhalt meines Visa reiste ich das erste Mal in die USA ein. Bei der Immigration wurde ich von einem Beamten ins Hinterzimmer geführt, Fingerabdrücke abnehmen. Genau, wie im Film mit schwarzer Farbe. Das Prozedere war innert Minuten abgehandelt und ich setzte meinen Fuß auf New Yorker Boden.

Das USA-Reisefieber bricht aus

Dieser Reise folgten in den nächsten Jahren einige weitere, im Schnitt alle paar Monate – wer als Greencard Inhaber länger als 6 Monate außer Landes bleibt, wird bei der nächsten Einreise auf Probleme stoßen. Wer Pech hat, dem wird die Greencard direkt bei der Immigration weggenommen. Die Reisen gingen unter anderem nach Kalifornien, New York Florida (1, 2 oder 3), Colorado, Hawaii und Texas.

Lästig, aber nötig: Steuern

Als Greencard Inhaber ist man auch steuerpflichtig in den USA, was ich verdrängt hatte und dank meiner Steuerberaterin aus Deutschland dann verspätet doch noch hinbiegen konnte. Auch als ich einen Steuerbescheid zur Nachzahlung von sagenhaften 16’000 $ erhielt, wusste sie Rat und konnte das geschickt verhandeln, da ich meine Schuldigkeit in der Schweiz bereits geleistet hatte.

Postadresse und Telefon als Grundlage

Man braucht im Weiteren eine Social Security Number, ähnlich der schweizerischen AHV-Nummer, um überhaupt irgend etwas offiziell anstossen zu können. Da ich diese nicht automatisch erhalten hatte (was eigentlich hätte passieren sollen), ging ich bei der amerikanischen Botschaft in Bern vorbei, welche mir eine solche Nummer zustellte. Damit war es mir auf der nächsten Reise möglich, in den USA ein Postfach bei UPS zu mieten (damit hatte ich eine Adresse in Cape Coral, Florida), und darauf basierend ein Bankkonto einzurichten. Eine amerikanische Telefonnummer gab es als Prepaid Karte im AT&T Shop, resp. kann jetzt auch via Skype von überall her gemietet werden.

Damit waren die Grundsteine gelegt – und doch gab es noch ein paar Hürden zu nehmen bis es ernst wurde.

Die Fallstricke auf dem Weg zur Greencard: Interview auf der amerikanischen Botschaft Teil 2

Montag, Dezember 7th, 2009

Vor ein paar Jahren wollte die Botschaft noch ein paar offizielle Dokumente sehen, bevor es mit der Greencard klappen soll. Nach dem ersten Zusammentreffen mit der Botschaft fehlte es noch an einem Foto im richtigen Format sowie einer Bescheinigung vom Militär – siehe dazu Teil 1 dieser Story.

Das Militär spurt, fast schnell genug

Nachdem ich die Botschaft verlassen hatte ging es Richtung Bahnhof, um das benötigte Foto im korrekten Format zu erhalten. Von unterwegs aus rief ich beim Militärdienst an – der für meine Bescheinigung zuständige Herr war heute gerade aus den Ferien zurückgekommen und hatte scheinbar absolut keine Zeit für mich … Ich konnte ihn aber von meiner Lage überzeugen und er sagte mir, ich solle um 14 Uhr zu ihm ins Büro kommen. Jetzt hatten wir gerade kurz vor zehn, und innerhalb von 10 Minuten hatte ich auch meine Fotos.

Ich entschloss mich, ohne Militärbescheinigung zurück zur Botschaft zu fahren. Dort wieder dasselbe Spiel, innert Kürze war ich an der frierenden Menge vorbei im Gebäude. Ich ging wieder zu Schalter 6, wartete einen Moment und konnte meine Fotos loswerden.

Das Visa frisst ein Loch in den Geldbeutel

Nun ging es aber ans Eingemachte, ich durfte bei der netten Dame am Kassierschalter die Gebühren von 745$ abdrücken. Den Beleg habe ich dann wieder an Schalter 6 zurückgebracht und quetschte mich auf einen Stuhl (der Wartebereich ist relativ eng gestuhlt…) – und wartete. Es ging nicht lange und mein Name wurde wieder aufgerufen und ich ging zum Schalter 4.

Fingerabdrücke und auf Wiedersehen – in den USA

Dort wurden meine Fingerabdrücke genommen, dann blätterte der Konsul meine Unterlagen durch, fragte mich gelangweilt, wo ich denn hin wolle und was ich den Staaten machen wolle – und wünschte mir dann einen guten Move! Er reichte mir den Hinweis unter der Glasscheibe durch, dass ich noch meine Militärbescheinung nachreichen sollte. Bei weiteren Fragen: Schalter 6. Ok, thank you very much and have a nice day.

Happy end – Greencard Ahoi!

Das war es? Ja, das war es schon! Innerhalb von einigen Minuten war ich vereidigt und muss nur noch die Militärbescheinung nachreichen – danach erhalte ich meinen Pass via Post zurück. Ich bin baff … Nachdem ich das militärische Führungszeugnis an die amerikanische Botschaft weitergeleitet habe erhielt ich 4 Tage nach dem Absenden des Visumsanstrags die definitiv frohe Nachricht: Meinem Antrag auf die Greencard wurde stattgegeben. In meinem Pass klebte nun ein Visa, welches mir ermöglicht die begehrte Greencard zu beantragen!

Die Fallstricke auf dem Weg zur Greencard: Interview auf der amerikanischen Botschaft Teil 1

Donnerstag, Dezember 3rd, 2009

Machen wir eine Rückblende: Kaum hat das neue Jahr 2006 begonnen stehen auch schon weitreichende Entscheidungen ins Haus. Ich wurde am Montag, 9. Januar 2006 um 9 Uhr auf die amerikanische Botschaft zum „Immigration Interview“ bestellt.  Dieses Interview ist entscheidend, denn darauf basierend gibt es die Greencard (oder eben nicht).

In der Kälte klappern oder auf dem heißen Stuhl schmoren?

Ich war mir sicher, alle notwendigen Dokumente dabei zu haben und gut gerüstet zu sein. Um halb neun stehe ich also beladen mit allen möglichen Unterlagen bei eisiger Kälte vor der amerikanischen Botschaft – und sehe schon eine beachtliche Schlange an Leuten vor sich hinbibbern… Bevor ich mich aber in die Schlange stellte, meldete ich mich wie ausgeschildert bei dem Protectas Mann am Eingang.

Aha, ein Greencard Anwärter – kein Problem, ich könne gleich rein. Freundlich bat er mich meinen Rucksack, Handy, Sackmesser, Memory Chip usw. bei ihm abzugeben. Aber gerne, wenn ich nur rasch an die Wärme komme. Als Pfand erhielt ich eine Nummer und einen Papierfetzen, den ich drinnen am Schalter abgeben soll. Glück gehabt!

Sicherheit geht vor

Kaum die Eingangstüre passiert musste ich alle Taschen leeren, Gurt ausziehen und dann durch einen Metalldetektor marschieren. Klappte auch hervorragend. Wenn das so weitergeht, umso besser ;-) …  Kaum drinnen habe ich gemäß Anweisung den Papierfetzen am Schalter 6 in die Durchreiche gelegt. Der Schalter war noch nicht bedient, und so setzte ich mich zu den anderen Wartenden. Nach 15 Minuten wurde ich aufgerufen, mich beim Diensthabenden zu melden.

Die nette Dame mit asiatischem Einschlag prüfte meine Unterlagen und grapschte sich die benötigten Formulare raus. Dann erkundigte sich nach meinen finanziellen Möglichkeiten, und ich reichte ihr einige Kontoauszüge. Auf der Einladung war das nirgends vermerkt gewesen, und da war ich froh auf dem www.auswanderer-forum.com vorgängig einige Tipps gefunden zu haben. Sie fragte mich, wann ich denn das nächste Mal in die USA reisen würde. Der Hintergrund dabei: der Anspruch auf die Greencard verfällt nach einem Jahr, wenn man nicht einreist um diese zu „aktivieren“.

Das passt nicht ins Bild … und das Militär kommt ins Spiel

Ich war schon guter Dinge – doch das änderte sich, als sie mir mitteilte, dass die beigelegten und mitgebrachten Fotos nicht dem Standardformat entsprechen. Es gäbe aber in der Stadt Bern einen (genau, nur einen einzigen!) Automaten im Bahnhof Bern, wo man sich die benötigten Fotos in der Größe 5×5 cm machen lassen kann. Ok, mache ich sofort.

Dann kam der nächste Schreck: Ich hatte vom Militär nur mein Dienstbüchlein und Kopien davon. Das reiche leider nicht, da müsse ich eine Bescheinigung organisieren. Sie gab mir zwei Merkblätter und den ominösen Papierfetzen mit, und ich machte mich wieder aus dem Staub.

Da stand ich nun, nicht wie ein begossener Pudel, sondern voller Tatendrang. Ich war fest entschlossen, das Ganze heute abzuschließen und fuhr gleich zum Bahnhof, um die Fotos zu organisieren.

Doch genug für heute, wie es weiter geht erfahrt ihr im nächsten Beitrag.



evden eve nakliyat evden eve nakliyat is plani ornegi